LUXEMBURG
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18 Fragen an David Wagner, Abgeordneter der „déi Lénk“

Für unsere diesjährige Sommerserie ließen wir einer Reihe von Politikern eine Reihe von Fragen per Email zukommen, von denen die meisten auf dem berühmten Fragebogen von Marcel Proust beruhen. Einige haben noch am gleichen Tag geantwortet, bei anderen lässt die Antwort immer noch auf sich warten.

Befragt wurden neben den Regierungsmitgliedern in erster Linie die Fraktionsvorsitzenden beziehungsweise die Gruppenanführer der im Parlament vertretenen Parteien sowie die Parteipräsidenten respektive die Parteisprecher.

Zu Wort kommt heute David Wagner, einer der beiden Abgeordneten der „déi Lénk“, dessen politischer Aktivismus auf die großen Schülerstreiks von 1995 bis 1996 zurückgeht. Wagner war auch zwei Jahre lang LSAP-Mitglied, ehe er aktiv an der Gründung von „déi Lénk“ mitwirkte. Bis Dezember 2013 war David Wagner, der zwischen Oktober 2011 und Januar 2015 Mitglied des hauptstädtischen Gemeinderats war, als Journalist bei der Wochenzeitschrift „Woxx“ tätig, um anschließend parlamentarischer Sekretär von „déi Lénk“ zu werden. Seit dem 28. April 2015 vertritt Wagner seine Partei in der Abgeordnetenkammer, nachdem Justin Turpel sein Mandat aus gesundheitlichen Gründen s niedergelegt hatte.

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Kammersession?

David Wagner Die Freihandelsverträge à la CETA oder TTIP, unter anderen weil wir die ersten waren im Parlament, die sie in Frage stellten. Und jetzt haben sich die anderen auch bewegt, wenn auch nur leicht.

Welches sind für Sie die Prioritäten für die Rentrée?

Wagner Der Wohnungsbau.

Wohin fahren Sie in den Urlaub, und warum?

Wagner So wie es aussieht, werde ich wahrscheinlich nach Marseille fahren, ein paar Tage dort verbringen, um dann mit der Fähre nach Korsika weiter zu reisen.Was haben Sie sich in sportlicher Hinsicht für den Urlaub vorgenommen?

Wagner Wer sich in Marseille oder (noch schlimmer!) Korsika einer ziellosen körperlichen Anstrengung hingibt, könnte als Pariser wahrgenommen werden. Dieses Risiko kann ich nicht eingehen.

Welche Bücher planen Sie, im Urlaub zu lesen?

Wagner Ich habe keine spezifische „Urlaubslektüre“. Ich lese einfach weiter, der Unterschied liegt bloß darin, dass ich mehr Zeit dafür habe. Zur Zeit bin ich hauptsächlich bei Balzac und Clouscard. Ich suche auch nach Science Fiction. Und immer ein bisschen Klassiker à la Marx und Engels.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Wagner Frei von jedem Zwang und jeder Belastung zu sein.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Wagner Das hängt von den Leuten ab und deren Eigenschaften. Steine soll man liegen lassen. Wir sitzen doch alle im Glashaus.

Was ist für Sie das größte Unglück?

Wagner Hoffnungslosigkeit.

Ihre liebsten Romanhelden?

Wagner Winston Smith (der Hauptprotagonist von „1984“)

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?

Wagner All die, die an den Fundamenten der Herrschenden rüttelten, wie zum Beispiel Jesus, Marx oder Sankara. Man lebt nur, wenn man sich die Mächtigen vornimmt und sie vorführt.

Ihre Lieblingshelden in der Gegenwart?

Wagner Helden gibt es nur in Romanen.

Ihr Lieblingsmaler?

Wagner Malkunst ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Aber wenn schon, dann Jeroen Bosch.

Ihr Lieblingsautor?

Wagner Wahrscheinlich Orwell. Oder auch H.G Wells. Aber auch Sonallah Ibrahim.

Ihr Lieblingskomponist?

Wagner Bach, Beethoven oder Rodrigo, oder noch andere. Das hängt wirklich von meiner Verfassung ab.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Wagner Militieren, mit Freunden essen, trinken, über alles reden und sehr viel lachen. Lesen und neuerdings Mountainbike. Der Rest ist jugendfrei.

Ihr Hauptcharakterzug?

Wagner Ich versuche, korrekt und ehrenhaft zu leben.

Ihr größter Fehler?

Wagner Es ist schon lange her. Ich bereue es noch immer. Aber da sind wir schon in meiner Privatsphäre angekommen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Wagner Ich bin bloß seit 16 Monaten im Parlament. Da drängt sich noch keine psychiatrische Behandlung auf.