CLAUDE KARGER

Der „T“-Leitartikler befand gestern, dass es doch ziemlich rumort innerhalb der LSAP, nicht nur um „Poschen“ und Freihandelsabkommen, sondern auch um Kirchenfabriken und andere Abgründe, die sich in lokalen Machtzirkeln so auftun. Freilich habe die „politische Streitkultur Tradition“ in der „mächtigen Partei, die seit 1984 fast ununterbrochen in der Regierung ist“, aber „wenn es stimmt, dass Eifersucht, falsch verstandene Machtansprüche oder sogar „unüberwindliche Differenzen“ in der LSAP zu Mobbing und unfreiwilligen Parteiaustritten führen, wäre dies weitaus schlimmer als eine öffentliche Diskussion über Handtaschen“, meint der Autor des OGBL-Blatts und fordert die Parteileitung auf, „schnellstmöglich Klarheit“ zu schaffen. Kracht’s also bald bei den Sozenmenschen? Richtig krachen lassen müsste es nach Auffassung des „Télécran“-Durchsagechefs auf jeden Fall „mindestens einmal im Monat“ die größte Oppositionspartei. Denn die CSV schaffe es nicht, „über ihren eigenen Schatten zu springen und läuft dabei Gefahr, im selbst gestrickten Sachlichkeitskorsett zu ersticken“. Japs. Gefährlich, wenn schon vor dem Wahlmarathon die Luft wegbleibt. An den „politischen Selbstläufer“ einmal aussetzen, fünf Jahre motzen und dann wieder ins Regierungsgeschäft, glaubt der Autor indes nicht. Es braucht auch länger, um Opposition zu trainieren.