LUXEMBURG/MARTELINGEN
LJ

Abwasserklärung: Luxemburg und Wallonien erneuern und erweitern Zusammenarbeit

Sauer, Wiltz, Attert und Eisch: In Wallonien entspringen einige Flussläufe, die eine kapitale Bedeutung für das Großherzogtum haben. Darüber hinaus arbeiten die Gemeinden auf beiden Seiten der Grenze seit jeher an gemeinsamen Lösungen für die Abwasserklärung. Ein Beispiel dafür ist die 1996 errichtete belgisch-luxemburgische biologische Abwasserkläranlage in Rombach-Martelingen. Hier trafen sich gestern Morgen Vertreter der luxemburgischen und wallonischen Behörden, um einen weiteren Schritt bei der Zusammenarbeit beim Wasserschutz zu tun.

Willy Borsus, der wallonische Premier, unterzeichnete nämlich mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsministerin Carole Dieschbourg und Landwirtschaftsminister Romain Schneider im Beisein zahlreicher Vertreter von Wasserverwaltungen und Abwassersyndikaten von hüben und drüben einen neuen Kooperationsvertrag, der jenen von 1980 über den Schutz der Sauer und die Abwasserklärung in Martelingen ersetzt. Die luxemburgische Regierung hatte eine Überarbeitung der bestehenden Konvention beantragt. Der neue Vertrag, der noch von den Instanzen in Wallonien und vom luxemburgischen Parlament gut geheißen werden muss, geht aber noch viel weiter: er regelt künftig auch die Lastenverteilung für die Klärung von belgischen und luxemburgischen Abwässern beiderseits der Grenze, stärkt den Informationsfluss etwa über die von landwirtschaftlichen Betrieben beiderseits der Grenze verursachten Wasserbelastung und die Zusammenarbeit bei der Ausweisung grenzüberschreitender Trinkwasserschutzzonen. Willy Borsus freute sich über die Überarbeitung der Konvention nach 40 Jahren: „Einerseits bringt er eine fairere Lastenteilung und mehr Transparenz, die unsere freundschaftlichen Beziehungen nur stärken können, anderseits begreift er Sanierungsmaßnahmen von Wasser und Böden, die den modernen Standards entsprechen“. „Diese Konvention ist ein schönes Beispiel für eine europäische Kooperation, die sowohl die Menschen als auch die Umwelt schützt“, wird Carole Dieschbourg in einer Mitteilung der belgischen Regierung zitiert. Sie unterstrich besonders die Bedeutung des Schutzes des Sauereinzugsgebiets, aus dem das größte Trinkwasserreservoir des Großherzogtums, der Stausee, gespeist wird.Unweit des Grenzübergangs in Steinfort (Rosenberg) entsteht derzeit auf belgischem Gebiet die Kläranlage „Eisch Amont“, deren Bau bis Oktober 2020 abgeschlossen sein soll. 16,5 Millionen Euro kostet das Projekt (davon 37 Prozent aus EU-Fonds), das die veralteten und zu kleinen Kläranlagen in Sélange, Küntzig und Steinfort ablösen wird. Hier werden dann die Abwässer der luxemburgischen Dörfer Küntzig, Fingig, Grass, Kahler, Kleinbettingen, Hagen und Steinfort sowie der belgischen Ortschaften Sélange, Sterpenich und Autelbas geklärt. Gebaut wird die auf 15.600 Einwohnergleichwerte ausgelegte Anlage von der belgischen Unternehmensallianz Socogetra-Balteauo.