LUXEMBURG
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Vor 70 Jahren begann der Kampf um Korea

Als das kommunistische Nordkorea im Juni 1950 über den 38. Breitengrad in Südkorea einfiel, bedrohte es damit auch den Status quo zwischen den Westmächten und der UdSSR und sorgte für eine zunehmende Polarisierung im Kalten Krieg: Die USA unterstützten Südkorea, das kommunistische Nordkorea erhielt Beistand von der Sowjetunion und Rotchina. Der Krieg forderte innerhalb von drei Jahren mehrere Millionen Todesopfer und zementierte die Spaltung Koreas. Militärisch gibt es keinen klaren Sieger. Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag.

Teilung im Zeichen des Kalten Krieges

Nachdem Korea 1910 von Japan annektiert und in den folgenden Jahrzehnten als Kolonie ausgebeutet worden war, besetzten zum Ende des Zweiten Weltkrieges die USA und die Sowjetunion das Land. Am 38. Breitengrad wurde 1945 eine Demarkationslinie vereinbart, die die beiden Besatzungszonen voneinander trennte: USA wie Sowjetunion beeinflussten die politischen Geschehnisse im jeweiligen Landesteil.

Das US-Militär behielt die Kontrolle über Koreas Süden noch bis 1948. Danach zogen die Truppen ab. Nach dem Abzug des US-Militärs bemühten sich die Vereinten Nationen ab Anfang 1948, ein unabhängiges Südkorea zu schaffen. Trotz anhaltender Proteste fanden am 10. Mai 1948 Wahlen im Süden statt und Rhee Syng-man wurde zum Präsidenten gewählt. Er rief am 15. August 1948 die Republik Korea aus. Wenige Wochen später reagierte die Führung im Norden um Kim-Il-sung mit der Ausrufung der „Demokratischen Volksrepublik Korea“. Beide beanspruchten für sich die alleinige Vertretung Koreas und wollten das Land – notfalls unter militärischem Einsatz – unter ihrer jeweiligen Regierung vereinen. Immer wieder kam es zu Gefechten an der Grenze bis schließlich am 25. Juni 1950 mit dem Einmarsch nordkoreanischer Truppen nach Südkorea der Krieg ausbrach.

Nach Beginn der Kampfhandlungen forderten die USA im neu geschaffenen Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, Nordkoreas Vorgehen als Friedensbruch zu deklarieren. Sie setzten - die Sowjetunion hatte den Sicherheitsrat seit sechs Monaten boykottiert und konnte somit nicht vom ihrem Vetorecht Gebrauch machen - die Resolution 82 durch, auf deren Grundlage der Sicherheitsrat wenige Tage später einem Militäreinsatz zustimmte.

Den Oberbefehl über die UN-Truppen übernahmen die USA. Bis zu 930.000 Soldaten aus Südkorea, den USA und weiteren Staaten - darunter auch Luxemburg - waren zwischen 1950 und 1953 Teil des Kommandos der Vereinten Nationen.

Operation Chromite

Im August drangen sowjetische Truppen auf die koreanische Halbinsel vor; US-Einheiten drangen unter dem Kommando  von General Douglas MacArthur auf die koreanische Halbinsel vor. Am 15. September landeten 70.000 Soldaten bei der Hafenstadt Incheon, (Codename: Operation Chromite) 30 Kilometer entfernt von Seoul, und führten damit eine erste Kriegswende herbei. Am 30. September erreichen alliierte Truppen den 38. Breitengrad – damit ist der Auftrag erfüllt, den ihnen die UN in weiteren Resolutionen im Juli erteilt hatte.

Der Krieg erstarrte hierauf in der Mitte der koreanischen Halbinsel zum Stellungskrieg ohne nennenswerte Gebietsgewinne für beide Seiten.

Am 27. Juli 1953 endete der Koreakrieg mit einem von den USA und der Sowjetunion initiierten Waffenstillstand.

Eine etwa 250 Kilometer lange und vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone wurde in etwa entlang der ursprünglichen Demarkationslinie eingerichtet. Sie trennt beide Landesteile bis heute.
k Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung