LUXEMBURG
JK

Gesundheitsminister Etienne Schneider in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage

Die Bevölkerungszahl im Norden des Landes steigt stetig und wird Berechnungen zufolge in fünf Jahren bei über 120.000 Einwohnern liegen, halten die CSV-Abgeordneten Martine Hansen und Marco Schank in einer parlamentarischen Anfrage an den Gesundheitsminister und an den Minister der sozialen Sicherheit fest. Was die medizinische Versorgung angeht, so weisen die beiden Parlamentarier darauf hin, dass das „Centre Hospitalier du Nord“ (CHdN) „mit seinen Standorten Ettelbrück und Wiltz für die stationäre, teilstationäre und ambulante Versorgung der Bürger im Norden zuständig“ ist. Das Einzugsgebiet des CHdN geht allerdings über die Region hinaus und hat auch Patienten aus den Kantonen Mersch und Echternach.

„Die Spitalplanung trägt dieser Entwicklung jedoch nicht Rechnung, so dass am Horizont 2022 nur noch rund 2,65 Akutbetten pro tausend Einwohner im Norden zur Verfügung stehen werden, gegenüber einem nationalen Schnitt von 3,9 Akutbetten (Stand 2018)“, meinen die CSV-Politiker und wollen eine Reihe von Informationen.

„Die Evaluation der Gesundheitsbedürfnisse der ansässigen Bevölkerung beruht zum einen auf den Daten der Gesundheitskarte (‚Carte sanitaire‘)“, sagt Gesundheitsminister Etienne Schneider (LSAP) in der nun vorliegenden Antwort. Die Gesundheitskarte ist ein Bericht, der „eine detaillierte Bestandsaufnahme des Krankenhauswesens in Luxemburg erstellt. Dies geschieht sowohl aus struktureller, als auch aus funktionaler Sicht“. Gemäß dem Gesetz vom 8. März 2018, werde die Gesundheitskarte alle zwei Jahre aktualisiert, sagt der Gesundheitsminister weiter. Die Gesundheitsbedürfnisse werden zum anderen „anhand der demographischen Entwicklung sowie des allgemeinen Gesundheitszustandes der Bevölkerung ermittelt“.

Spitalregionen abgeschafft

Weiter weist Schneider darauf hin, dass das CHdN in seinem Antrag, „mehrere interne Projekte“ erwähnt, die „eine Evolution der Bevölkerung vorhersagen“, was „zu einer linearen Schätzung an Krankenhausbetten für 2022 führt“. In dieser Schätzung würden jedoch „andere Faktoren, wie zum Beispiel die Weiterentwicklung der Arztpraxen (ambulante Behandlungen) und die nationale Planung außer Acht“ gelassen, meint der Minister.

In Anwendung des Gesetze vom 8. März 2018 wird „die Einführung eines Systems zur Dokumentation der Krankenhausaufenthalte“, das sich zurzeit in den Entwicklungsphase befindet, „es ermöglichen, das Anordnen von Krankenhauseinweisungen präziser abzuschätzen und somit auch das Krankenhausangebot an die Bedürfnisse anzupassen“. Des Weiteren erinnert Schneider daran, dass die Spitalregionen im Gesetz von 2018 abgeschafft wurden. Somit sei die Spitalplanung, laut Gesetz vom 8. März 2018, „Teil einer nationalen Strategie, welche dem Prinzip des ‚nicht alles überall‘ folgt“. Mit dieser Planung werden zudem die Bedürfnisse der gesamten ansässigen Bevölkerung berücksichtigt. Im Anhang 1 des Gesetzes vom 8. März 2018 ist „eine maximale Anzahl an Krankenhausbetten für das gesamte Land vorgesehen ohne eine Verteilung unter den jeweiligen Krankenhäusern vorzuschreiben“, sagt Schneider. Somit hat jedes Krankenhaus „die Möglichkeit einen Antrag auf Genehmigung mit der gewünschten Anzahl von Krankenhausbetten beim Gesundheitsministerium einzureichen“

CHdN als „Centre hospitalier“ eingestuft

Laut Artikel vier des Gesetzes vom 8. März 2018 ist das CHdN „als ‚Centre hospitalier‘ eingestuft und darf deshalb maximal 700 akut Krankenhausbetten zur Verfügung stellen“, hält Schneider fest. Im Juli 2018 hat das Krankenhaus einen Antrag auf Genehmigung für 321 Betten für die Akutpflege sowie für 36 Betten für eine mittlere Verweilzeit, verteilt auf 27 unterschiedliche Krankenhausabteilungen, beim Gesundheitsministerium gestellt“. Weiter sagt der Minister: „Dieser Antrag entspricht 3,5 Betten für die Akutpflege pro 1.000 Einwohner, wenn man die Angaben des STATEC für die Kantone des Nordens (Clerf, Diekirch, Redingen, Vianden, Wiltz) aus dem Jahr 2018 berücksichtigt“. Zählt man alle Betten zusammen, die von allen Krankenhäusern des Landes beim Ministerium beantragt worden sind, kommt man auf 2.096 Betten für 602.005 Einwohner. Dies entspricht einer Quote von 3,5 Betten pro 1.000 Einwohner. Diese Quote ist identisch mit der, die vorher für die Region Norden ermittelt wurde.