LUXEMBURG
LJ

Die Zahl der Absolventen in Luxemburg hinkt der Nachfrage weit hinterher

Luxemburg befindet sich derzeit in der Unmöglichkeit genügend Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen auszubilden, um den Bedarf im Gesundheitsbereich zu decken“. Das halten Bildungsminister Claude Meisch (DP) und Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) in ihrer gemeinsamen Antwort auf eine parlamentarische Frage des DP-Abgeordneten André Bauler fest.

Lediglich 307 Ausübungsgenehmigungen wurden seit 2013 an Besitzer eines luxemburgischen Krankenpflegerdiploms ausgestellt - das sind lediglich 10 Prozent der gesamten Genehmigungen. In dem gleichen Zeitraum wurden 1.466 Genehmigungen an Halter französischer Krankenpflegerdiplome ausgegeben (48 Prozent des Totals), 733 an deutsche Diplomierte (24 Prozent) und 406 an belgische Diplomierte (13 Prozent). Die Gesamtzahl der ausübenden Krankenpfleger ist übrigens zwischen 2010 und 2017 von 5.602 auf 6.992 gestiegen. Wobei die Zahl über diesen Zeitraum ziemlich konstant bei zwischen elf und zwölf geblieben ist. Bauler hatte auch nachgefragt, was die Regierung denn zu gedenken tue, um die Zahl der Krankenpfleger-Absolventen aus dem „Lycée Technique pour Professions de Santé“ in die Höhe zu treiben, respektive die Attraktivität des Berufs zu erhöhen. Das LTPS schlossen 2017 übrigens 77 Krankenpfleger erfolgreich ab. Dazu gab es spezialisierte Diplome für Anästhesie-Assistenten (13), Chirurgie-Assistenten (8), für Fach-Krankenpfleger in der Pädiatrie (5) und in der Psychiatrie (9). Leider ist die Erfolgsrate beim LTPS-Abschluss mit zwischen 54 und 59 Prozent niedrig, „was die Hypothese unterstützt, dass es die Aufnahmeprozedur der Schüler überholt werden muss“. Den beiden Ministern zufolge habe es konzertierte Arbeiten zwischen den zuständigen Ministerien gegeben, um eine Reform der Krankenpflegerstudien vorzunehmen. Wie diese aussehen soll, darüber geht aus der Antwort auf Baulers parlamentarische Frage nichts hervor. Auch die Planung des künftigen Bedarfs an Krankenpflegern solle konzertiert vorgenommen werden, wünscht sich die Gesundheitsministerin. „Es ist klar, dass wir mit allen Mitteln für die Gesundheitsberufe bei der jungen Bevölkerung werben müssen, denn diese Berufe sind notwendig für die Qualitätsgarantie des luxemburgischen Gesundheitssystems“, heißt es. Das LTPS denke in diesem Sinne über eine Werbekampagne nach.

Das Lyzeum sei auch dabei, Weiterbildungen im Bereich des Chirurgieassistenten zu organisieren. Das Programm, das Quereinsteiger locken soll, startet im September. Ein ähnliches soll im Bereich Krankenpfleger in der Psychiatrie aufgelegt werden. Auch gibt es eine Reihe von „Brevets de Technicien Supérieur“ im Gesundheitsbereich, diesolche Berufe attraktiver machen sollen.