LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Schlechter Gesundheitszustand unserer Wälder - Deutlicher Anstieg beschädigter Bäume

Unseren Wäldern geht es nicht gut. Das bestätigten Umweltministerin Carole Dieschbourg und die Verantwortlichen aus der Naturverwaltung gestern. Um dem Abwärtstrend in Sachen Gesundheitszustand unseres Waldbestands entgegen zu wirken, seien alle Akteure gefordert. Die zuständigen Ministerien, sonstigen Verantwortungsträger und die Bürger selbst müssten ihren Teil dazu beitragen. Oberstes Ziel ist dabei, mithilfe einer naturnahen Bewirtschaftung die Funktionsfähigkeit der Wälder nachhaltig zu gewährleisten.

1.200 Bäume untersucht - Erschreckende Bilanz

Seit 1984 untersucht die Naturverwaltung den Gesundheitszustand des Luxemburger Waldes, der mit 89.150 ha etwa ein Drittel der Landesfläche ausmacht. In den Jahren 2010 bis 2012 blieben solche Erhebungen allerdings aus. „Wir hatten ein Personalproblem“, erklärte Marc Wagner, Leiter der Abteilung für Wald. Seit mit Elisabeth Freymann eine Forstingenieurin eingestellt wurde, ist dieses Problem aber nun gelöst. Nicht aber das Problem des sinkenden Gesundheitszustands unserer Wälder. 1.200 Bäume wurden im Sommer vergangenen Jahres untersucht. „Der Gesundheitszustand des Waldes hat sich gegenüber 2009, über alle Baumarten und Altersstufen hinweg, verschlechtert“, lautet das wenig erfreuliche Resultat. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume sei um sieben Prozentpunkte gestiegen. Teils hat der sehr wechselhafte Witterungsverlauf 2013 den Bäumen zu schaffen gemacht, hinzu kommen aber viele andere Faktoren, an denen der Mensch Schuld trägt.

Buche und Nadelbäume besonders betroffen

Besonders verschlechtert hat sich der Kronenzustand der Buche, - mit einem Waldflächenanteil von 29,9% die häufigste Baumart in Luxemburg. Die Buche hatte sehr mit dem Springrüssler-Käfer zu kämpfen. Auffällig ist auch der Anstieg deutlich geschädigter Nadelbäume von 8,7% (2009) auf 17,4% (2013). Das ist das schlechteste Ergebnis seit den Aufnahmen im Jahr 1984. Etwas besser geht es der Eiche, trotzdem ist der Anteil gesunder Bäume auch hier zurückgegangen (von 32,3 auf 26,3%). Angesichts dieser sehr negativen Ergebnisse drängt sich ein Umdenken in vielen Bereichen einmal mehr auf.