CLAUDE KARGER

„Die weitverbreitete Meinung, dass der Kaminfeger in seiner schwarzrußigen Handwerkskleidung als glücksbringende Person und besonders sein schwarzer Besen als Glückssymbol gilt, reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück und beruht sicherlich auf die durch die Putzarbeit verhinderten Brände“, schrieb gestern das Internet-Wort über die liebe Tradition zum Jahresanfang. Vielleicht schauen die mit „Kratzeisen, Leiter und langem biegsamen Besen“ bewehrten Männer und Frauen, die gestern dafür sorgten, dass bei der Regierung nichts anbrennt, auch mal bei der CSV vorbei, denn da gibt es ja eine Menge alten und harten Ruß zu entfernen sowie einen gewissen „Verstopfungseffekt“, wie einer der Analytiker zum Zustand der Partei im Zusammenhang mit der mangelnden Nachwuchsförderung meinte. Fakt ist: Bei der CSV hat man ein Jahr nach dem Machtverlust begonnen, in den Kamin zu gucken. Und das ist auch gut so. Ob man das Ding wieder ordentlich zieht, ist freilich eine andere Geschichte. Der Audit-Bericht sei „nur ein erster Schritt“ meinte gestern ein Kommentator im „tageblatt“. Würden Kritik und Reformvorschläge nicht ernst genommen und die Kratzeisenschwinger, die den Schornstein mit Wucht freiblasen wollen, nicht einbezogen werden, bleibe das Audit „nicht mehr als heiße Luft“. Aber „untergebuttert“ wird am Ende immer wer.