LUXEMBURG
JACQUES GLOD

Immer wieder sorgen Fotos von in freier Wildbahn entsorgtem Müll für öffentliches Entsetzen. Dabei ist „Littering“ illegal und kann mit Bußgeldern von bis zu 250 Euro geahndet werden. Ein schärferes Vorgehen fordert Jacques Glod in einer Petition. Die Sensibilisierungsarbeit müsse verstärkt und Strafen von 250 Euro pro weggeworfenem Objekt vorgesehen werden. Der Autor der Petition will damit aber vor allem eine Debatte anstoßen.

„Die Vermüllung der Natur, das sorglose Wegschmeißen von Abfällen, ist ein gesellschaftliches Problem. In der heutigen heterogenen Welt machen sich Menschen ihre eigenen Gesetze öfters selber und banalisieren Probleme. ,Wer soll mir was vorschreiben. Ist doch halb so schlimm. Die Gemeinde kommt doch aufräumen. Der Müll steht doch beim Mülleimer. Die Mülleimer sind zu klein…‘ Solche Aussagen spiegeln das Problem wider. Ich persönlich kann einfach keinen Müll in die Natur werfen, mein Gewissen verbietet es mir.
Die Lösung des Problems ist schwierig, es ist auch nicht die Aufgabe der Politik. Jeder einzelne Mensch sollte sich aber gerade in diesen Zeiten einer globalen Krise besinnen und sich die Frage, ob wir als Gesellschaft auf dem richtigen Weg sind, beantworten. Die Politik kann nicht die Lösung, aber Auftraggeber sein: von Projekten, Kampagnen, und so weiter.
Wir als Einzelpersonen können Steine ins Rollen bringen, indem wir in unserem Freundeskreis das Thema ansprechen und unseren Nachwuchs sensibilisieren. Ich bin mir bewusst, dass ich die Welt nicht verändern kann, aber ich kann mich und mein Verhalten anpassen, unsere Sprösslinge verantwortungsbewusst erziehen. Um etwas zu lernen, muss ich etwas wissen. Um jemanden zu erziehen, muss ich es vorleben.
Deshalb sind die Forderungen nach höheren Strafen und restriktiven Maßnahmen eher als Anstoß einer Debatte zu sehen. Nur den ,bösen Finger‘ zu zeigen und Strafen verhängen bringt wenig. Die Kosten der Beseitigung der Abfälle spielen auch eine nicht unwesentliche Rolle, beliefen sich 2019 auf geschätzte 2,4 Millionen Euro. Ich bin mir bewusst, dass kreative Lösungen der Schlüssel sein können. Deshalb habe ich eine Umfrage für Alternativvorschläge ins Netz gestellt, wo bereits hervorragende Ideen vorgeschlagen werden.
Eine Schweizer Initiative beispielsweise (igsu.ch) bietet Alternativen und beschreibt in Studien die Resultate: witzige aber ernstgemeinte Plakate haben dazu geführt, dass in deren Umfeld bis zu 60 Prozent weniger weggeschmissen wird. Kommunen könnten ein Label gegen das Littering einführen, Aktionen unterstützen, Schulprojekte initiieren, und so weiter. Ein Pfandsystem für Flaschen und Dosen müsste eingeführt und Plastikflaschen verboten werden. Eine Umweltpolizei müsste eingeführt werden, um eine gewisse Überwachung von sensibleren Orten zu garantieren. Gemeindebeamte müssten auch ein Mandat bekommen, um Strafen zu verhängen.
Da es mir in Luxemburg an der nötigen Kreativität und politischem Willen fehlt, habe ich diese Petition lanciert. Deshalb bitte ich Sie, sie zu unterschreiben, damit eine breitere Debatte über dieses Thema entstehen kann.“

Direktlink zur Petition tinyurl.com/Petition1616 und zur Umfrage des Autors der Petition tinyurl.com/UmfrageVisio