TRIER
CHRISTINE NEHRENHAUSEN

Vorstellung der internationalen Ausstellung „Gast.Freund.Schaft“ in Trier

Im Rahmen des diesjährigen Kultursommers „Eurovisionen“ in Rheinland-Pfalz lädt die Tuchfabrik Trier ab Mai zu einer besonderen Skulpturenausstellung ein.

Unter dem Leitmotiv Gastfreundschaft stellen zehn europäische Künstler ihre eigens hierfür entworfenen Werke aus. Das Originelle daran ist nicht nur der Wille, nur Werke über Europa zu zeigen, sondern auch der Wunsch, die Grundidee des Austauschs und der Zusammenarbeit aktiv zu leben.

So kam die Idee, fünf bekannte regionale Künstler je einen befreundeten ausländischen Künstler einladen zu lassen, um ein gemeinsames Werk zu erarbeiten. Auf diese Weise entstanden fünf ganz eigene Künstlerduos, von denen sich drei aus einem deutschen und einem luxemburgischen Künstler zusammenstellen. Die Berührungspunkte zu Europa sind oft sehr abstrakt, aber deswegen umso interessanter, da sie nicht das erste sind, woran man denkt.

Europa veranschaulichen

Bienenwaben sind das zentrale Thema der Trierer Künstlerin Maria Steinmann und der Luxemburgerin Anna Recker. Auf den ersten Blick haben achteckige Bienenwaben wohl nicht viele Parallelen zu Europa, aber die beiden Künstlerinnen beweisen das Gegenteil.

Die Bedrohlichkeit des Fremden wird beim Trierer Bodo Korsig und der Polin Karina Smigla-Bobinski thematisiert. Mehr als 200 rote Pfeilspitzen veranschaulichen die Festung Europa, in der die Europäer gerne unter sich bleiben und gerne verschlossen bleiben nach außenhin. Das Arbeitsmaterial Holz wird vom Künstlerpaar Britta Deutsch aus Trier und Tung-Wen Margue, der in Frankreich lebt, weiterverwertet und neu zusammengesetzt. Dies trifft natürlich auch auf die Entstehunggeschichte Europas zu: Es ist ein Prozess des Zusammenwachsens von multiplen Teilen mit einer eigenen Geschichte, um etwas Neues zu werden. Unter dem Namen „ Organics“, was Recycling alles ermöglicht.

Das Künstlerduo Markus Zender und Rol Backendorf setzt sich mit den Kehrseiten dieses Zusammenwachsens auseinander. Der Trierer Zender und der Luxemburger Backendorf verwenden Kunststoff und Holz, zwei konkurrierende Materialien, die auch jeweils andere sentimentale Bedeutungen haben. Diese Andersartigkeit inmitten einer homogenen Masse ist eine Gratwanderung zwischen Harmonie und Dysfunktionalität.

Das fünfte Duo Stefan Philipps aus Trier sowie Richard Macness aus Großbritannien hat eine humorvolle Herangehensweise, indem sie lustige Skulpturen aus Eiern zeigen. So schnell wie Europa sich weiterentwickelt hat, kann man in der Tat an ein Überraschungsei denken.

Workshops für junge Teilnehmer

Es wird auch zwei Workshops geben, bei dem die interessierten Nachwuchskünstler eigene Skulpturen gestalten. Beim Workshop für Kinder von 6-10 Jahren werden mit Schwemmholz kleine Objekte gebaut. Der zweite Kurs richtet sich an Kinder und Jugendliche von 10-14 Jahren, hier dreht sich alles um Recycling . Mithilfe von recycelten Kunststoffteilen und Kabelbinder entstehen eigene abstrakte Skulpturen.

Denkanstöße geben

Aber nicht nur die künstlerischen Inhalte, sondern auch die Kunst selbst ist ein Medium. Skulpturen sind grenzüberschreitend verständlich, sie brauchen keine Sprache. Kunst insgesamt kennt keine Grenzen und regt zum Dialog an. In dem Sinne ist die Ausstellung ein Beitrag zur Europadebatte und eignet sich hervorragend für einen stärkeren Zusammenhalt innerhalb einer heterogenen Gesellschaft.
Ausstellung vom 11.5 - 9.6
in derTuchfabrik Trier - www.tufa-trier.de