BARBARA STREHLER

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. „Die Fondation Cancer“ gibt Hinweise, wie Krebspatienten professionelle Begleitung auf dem Weg durch die Krankheit finden können. Vor selbst ernannten Fachleuten ohne wissenschaftliche Ausbildung, die die Ursache einer Krebserkrankung allein in der Psyche des Patienten lokalisieren, soll dabei gewarnt werden.

„Anlässlich des Weltkrebstages möchte die ‚Fondation Cancer‘ Patienten dazu ermuntern, sich sorgfältig ihre Unterstützer bei der psychischen Krankheitsbewältigung auszusuchen. Auch in Luxemburg und im nahen Ausland gibt es Angebote für Krebspatienten ohne wissenschaftliche Basis, die die Ursache von Krebs in Konflikten in der Familie sehen, als Folge einer bestimmten Risikopersönlichkeit oder gar als Botschaft, die der Körper aussendet, um eigene Denkfehler aufzudecken. Ein buntes Spektrum an einfachen psychologischen Erklärungstheorien ist (noch immer) auf dem Markt, oft verbunden mit ebenso einfachen Lösungsvorschlägen zur Heilung der Erkrankung. Manchmal wird dies sogar mit Warnhinweisen vor der Schulmedizin kombiniert, da diese nicht in das Erklärungsmodell passt. Kurzum: Diese vermeintlichen Helfer wecken Hoffnungen, die sie nicht erfüllen können.

Die Folgen einer solchen Begegnung können alles andere als harmlos sein. Patienten fühlen sich schuldig, ihre Krankheit selbst verursacht zu haben, sozusagen als Quittung für Fehlverhalten oder für ein ‚falsch gelebtes Leben‘. Aus der Hoffnung, selbst etwas zur Heilung beitragen zu können, wird rasch Enttäuschung und manchmal Depression, wenn die Krankheit fortschreitet, trotz aller Arbeit an den vermeintlichen psychologischen Ursachen. Werden gar sinnvolle schulmedizinische Behandlungen abgebrochen, verringert der Patient im schlimmsten Fall seine Chancen.

Deshalb sollten Betroffene genau prüfen, wem sie sich und ihre Sorgen anvertrauen. Über welche Grundausbildung verfügt diese Person? Ist diese im Gesundheitsversorgungssystem anerkannt? Hat diese Person sich in seriösen Weiterbildungen mit dem Thema Psychologie und Krebs (Psychoonkologie) auseinandergesetzt? Tauscht sie sich mit anderen Fachpersonen aus?

Erste psychoonkologische Hilfsangebote finden die Patienten bei den psychologischen Diensten der behandelnden Kliniken. Besonderheit in der ‚Fondation Cancer‘: Beratung und Psychotherapie für Patienten und Angehörige von der Unterstützung nach der Diagnosestellung, über die Zeit während der Behandlung und auch noch nach Abschluss der Behandlung, und dies kostenlos. Um Patienten mit aktuellen, seriösen und leicht verständlichen Informationen zu versorgen, gibt die ‚Fondation Cancer‘ zum Weltkrebstag einen neuen Ratgeber heraus: ‚Während und nach der Krankheit - wie mit Krebs umgehen‘. Darin enthalten sind nützliche Hinweise, wie Krebspatienten eine geeignete psychologische Vertrauensperson finden können. Gratis in Deutsch und Französisch erhältlich.“