Ein gutes Jahr hat man daran gearbeitet, gestern wurde er von Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) vorgestellt: Der noch von ihrem Vorgänger Mars Di Bartolomeo in die Wege geleitete „Erste Nationale Krebsplan“, an dessen Ausarbeitung alle beteiligt waren, die irgendwie von Krebs, seiner Prävention oder der Behandlung betroffen sind.
Viel wird schon getan, um dieser Geißel beizukommen, wie Präventions- und Früherkennungsprogramme, Sensibilisierungskampagnen, Gesetze gegen Tabak oder auch zum Arbeitnehmerschutz sowie neueste Diagnose- und Behandlungsmittel, nun soll es noch strukturierter vonstatten gehen. Dafür wurde zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht, unter anderem um Fehlendes noch ergänzen zu können. „Wir schneiden im internationalen Vergleich sehr befriedigend ab, ich möchte das aber gerne noch verbessern“, sagte Ministerin Lydia Mutsch.
Ehrgeizig: 10 Achsen, 30 Maßnahmen und 73 Aktionen
Um die 3.000 neue Krebsfälle zählt Luxemburg derzeit - es trifft jedes Jahr eine von 175 Personen. Mittelfristig soll diese Zahl sowie die Risikofaktoren sinken, die Überlebenschancen sowie die Lebensqualität Betroffener steigen, weniger Menschen an ihrem Krebs sterben sowie Chancenungleichheiten ausgemerzt werden.
Mit dem Nationalen Krebsregister, das mittlerweile aufgebaut wurde, verfüge man schon über eine gute Basis, so Mutsch. Mit dem Krebsplan möchte man nun der Bevölkerung die besten Chancen gegen den Krebs bei effizientester Nutzung der zur Verfügung stehenden Mittel bieten. Aus 10 Achsen, 30 Maßnahmen und 73 Einzelaktionen setzt sich das Vorhaben zusammen, das zunächst bis 2018 läuft und einmal mittendrin sowie abschließend extern evaluiert wird. Gesteuert wird es von einer Nationalen Krebsplattform (PFN-Cancer) unter Leitung der Gesundheitsdirektion - eine Koordinatorenstelle wird nun ausgeschrieben.
Drei Millionen Euro sind für die Umsetzung veranschlagt, die vor allem in die Koordination und die Datenbank fließen. Denn auf ein weiteres Problem wies Lydia Mutsch hin, das nun verbessert werden soll: „Wir sind insgesamt als Land schwach auf der Brust, was Daten und Zahlen anbelangt.“
Virtuelles nationales Krebszentrum
In Zusammenarbeit mit dem CRP-Santé soll nun ein von einem „Comité de pilotage“ gesteuertes nationales Krebszentrum entstehen, das nicht an einem Ort angesiedelt ist, sondern von der Diagnose bis zur Behandlung virtuell funktionieren soll, das heißt landesweit vernetzt unter Nutzung moderner Kommunikationsmittel.
www.plancancer.lu


