LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Indische gegen französische Küche

Bereits in „Chocolat“ (2000) beschäftigte sich der schwedische Regisseur Lasse Hallström mit den Genüssen des Essens. In seinem neuesten Werk „The Hundred-Foot Journey“, nach dem Roman von Richard C. Morais, lässt er zwei kulinarische Kulturen aufeinander krachen: die feine französische und die würzige indische Küche.

Ein Omelett ändert alles

Die Familie Kadam hat ihr Heimatland Indien verlassen. In London war es ihnen zu kalt, und nun reisen sie nach Frankreich, wo sie in Saint-Antonin-Noble-Val durch eine Wagenpanne stranden. Papa Kadam (Om Puri) findet Gefallen an der kleinen Stadt, wie auch sein Sohn Hassan (Manish Dayal), der ein begnadeter Koch ist. Leider ist in der Stadt das beste Restaurant jenes von Madame Mallory (Helen Mirren), das „Saule Pleureur“, welches zudem einen Michelin-Stern besitzt. Und direkt gegenüber, auf dreißig Meter (100 Fuß), befindet sich ein verlassenes Restaurant, das Papa kauft und wieder herrichtet.

Hassan kocht, während seine älteren Geschwister Mansur (Amit Shah) und Mahira (Farzana Dua Elahe) die Gäste bedienen. Natürlich sieht Mme. Mallory die Konkurrenz nicht gerne, und es bricht ein Kleinkrieg um die Vorherrschaft auf der kulinarischen Karte von Saint-Antonin aus. Hassan verliebt sich unterdessen in die Sous-Chefin Marguerite (Charlotte Le Bon) des „Saule Pleureur“. Auch wenn Madame. Mallory die Qualitäten von Hassan nicht überschmecken kann, zeigt sie ihm die kalte Schulter, bis zu einem unschönen Akt ihres Chefs Jean-Pierre (Clément Sibony) den Kadams gegenüber. Schließlich kocht Hassan der strengen und überheblichen Madame ein Omelett.

Ein unsichtbarer Duft

Mit schönen Bildern wird die Küche aus Frankreich gezeichnet wie auch Hassans Kochkunst. Schade, dass es das Riechkino nicht gibt, denn sonst würde der Duft der Gerichte die Zuschauer aus Heißhunger aus dem Kinosaal treiben. Lasse Hallströms neustes Werk bietet nichts Außergewöhnliches, „nur“ eine nette Geschichte um mehr oder weniger sympathische Figuren, die sich im Laufe des Films näher kommen und sich schätzen lernen.

Helen Mirren spielt ohne große Leidenschaft die Madame, die sich einen zweiten Stern wünscht, genauso wie Om Puri den gewitzten Papa, der für ein paar Tupfer Humor sorgt. Am Ende steht die Erkenntnis, dass es zuhause am schönsten ist, dort wo die Menschen sind, die man liebt. „The Hundred-Foot Journey“ ist ein fühl-dich-gut Film, dem etwas Würze, sei es indische oder französische, sicher nicht geschadet hätte. Der Film wurde übrigens von Steven Spielberg produziert.