Jedes Jahr rollt sie an wie ein altersschwacher Panzer der Sowjet-Ära: Die Kriegs-Shooter-Welle. Oder Wellchen, denn das Untergenre ist zwar immer noch beliebt und verkauft sich gut, aber im Dutzend erscheinen sie längst nicht mehr. Nein, aktuell kämpfen eigentlich nur noch zwei um die Krone des Genres: Electronic Arts und Activision. Doch der Enthusiasmus hat sowohl bei den Fans als auch bei der Presse merkbar abgenommen.
Typische Pluspunkte
Das ändert nichts daran, dass „Battlefield 4“ ein ordentliches Spiel ist. Zumindest was den Multiplayer-Teil angeht, weiß das Spiel, was sein Publikum will: Große Schlachten, konstante Weiterentwicklung der Figuren sowie ein gutes, zuverlässiges Handling der verschiedensten Waffen, Panzer, Jeeps und Helikopter. All das wird hier geliefert, teils auf einem Niveau, das den Vorgänger toppt. Die verschiedenen Klassen lassen sich so frei interpretieren, wie die Spieler das wollen und Punkte werden für die verschiedensten Aktivitäten vergeben. Wer also aufsteigen möchte, muss nicht notgedrungen Tausende von gegnerischen Spielern erschießen, sondern kann auch den Feldarzt mimen oder Panzer reparieren.
Technisch glänzt das Spiel vor allem auf grafischer Ebene. Selbst auf der Jahre alten Hardware der siebten Konsolengeneration sieht „Battlefield 4“ hübsch aus. Der Eindruck verstärkt sich, wenn auf den neuen Konsolen oder auf einem ordentlich aufgerüsteten PC gespielt wird. Dass das ganze flüssig läuft sollte als Kompliment für die neue Frostbyte Engine hervor gehen.
Stagnation pur
Doch sämtlicher technischer Fortschritt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich spielerisch nichts getan hat. Am offensichtlichsten wird die in der Einzelspielerkampagne, die leider im Verlauf dieses Testes nicht ausführlich gespielt werden konnte, da für Wochen ein Programmfehler dafür sorgte, dass die Speicherstände geschluckt wurden. Doch nach dreimaligen Durchspielen der ersten beiden Stunden konnte festgestellt werden, dass der Aufbau der Kampagne statisch ist, die Gefechte hochgradig eintönig sind und die Handlung allenfalls nebensächlich daher kommt. Wenn sich die Action mit einem Wort beschreiben lässt, dann sollte dies „kompetent“ sein. Alle Kasten der Checkbox werden hier angekreuzt, aber darüber hinaus wird nichts Wesentliches geleistet.
Eine Empfehlung für „Battlefield 4“ gibt es also nur unter dem Vorbehalt, dass die Spieler genug vom Vorgänger haben und endlich neuen Online-Stoff brauchen. Für Neulinge könnte „Battlefield 4“ eventuell auch von Interesse sein, da ein ausgiebiges Tutorial einen in die nötigen Tiefen des Systems einführt. Alle anderen sollten dem Titel fern bleiben.



