LUXEMBURG
SVEN WOHL

Jahresbericht der Polizei: Zahl der Delikte wächst weiter

Selten ergibt sich ein solch umfassender Überblick der Kriminalität in Luxemburg wie in den Jahresberichten der Polizei. Die Tendenzen werden hier offengelegt: Mehr Drogendelikte, mehr häusliche Gewalt und mehr Sexualdelikte sind in Luxemburg zu finden.

Drogendelikte: Druck aufrecht erhalten

Nicht nur wird bei den Drogendelikten ein Anstieg festgestellt (siehe Grafik), auch hat sich die generelle Lage Luxemburgs in dieser Thematik weiter bestätigt. Luxemburg gilt dank seiner geographischen Situation meist als Zwischenstation für den Transport von Drogen. Diese kommen in der Regel aus den Niederlanden und zahlreiche Konsumenten besorgen sich ihre Drogen im nahen Grenzgebiet. Der Konsum von Heroin bleibt stabil auf einen verhältnismäßig hohen Niveau. Der nationale Verkauf konzentriere sich vor allem auf den Hauptbahnhof in Luxemburg wie auch in der Gegend des „Abrigado“. Während Cannabis bei den Jugendlichen unter 18 dominiert, wird Kokain allgemein viel konsumiert. Der Verkauf dieser Droge würde vor allem von Verkäufern aus Ostafrika vorangetrieben werden. Das Aufstocken der Polizeistreifen in den betroffenen Stadtteilen hätte erste Resultate erbracht, doch der Druck müsse aufrecht erhalten bleiben.

Erschreckender Anstieg

Bei der personenbezogenen Kriminalität hält die Polizei fest, dass es keinen Anstieg bei den Morden gab. Davon gab es im vergangenen Jahr lediglich vier. Mordversuche stiegen dagegen um 20 Prozent und Morddrohungen um 47 Prozent.

Beim Jugendschutz und sexuellen Übergriffen werden teils erschreckende Steigerungen verzeichnet. Bei den sexuellen Übergriffen und schweren Vergehen gegenüber Minderjährigen kommt das vergangene Jahr auf 304 Fälle. Dies stellt eine Steigung von 36 Prozent gegenüber 2018 dar. Im Kontext des Sexting beklagt die Polizei auch, dass zahllose pädopornografische und brutale Inhalte bei den Jugendlichen kursieren.

Weiter wird auch über die terroristische Gefahr in Luxemburg im Rahmen des Berichtes geschrieben. Hier würde man bei der Polizei einen klaren Anstieg bei den Fällen aus dem extrem rechten Lager feststellen. Neben den typischen Aufrufen zum Hass und Rassismus gab es mehrere Fälle von Antisemitismus und die Leugnung des Holocausts. Insgesamt gab es hier 60 Fälle im vergangenen Jahr. 2018 waren es lediglich 20.