GONDORF
SVEN WOHL

Der Eifelpark in Zeiten der Pandemie

Einen Vergnügungspark während einer Pandemie zu besuchen erinnert an eine Dystopie. Während man versucht, sich vom düsteren Alltag abzulenken, ist dieser allgegenwärtig. Im Eifelpark bei Gondorf bedeutet dies konkret: Unzählige Schilder mit Hygieneanweisungen, Möglichkeiten zum Desinfizieren oder Waschen der Hände allerortens und Lautsprecherdurchsagen. Viele, viele Lautsprecherdurchsagen. Solche, die man hierzulande unter anderem von den Bahnhöfen und Zügen kennt.

Freundliches Personal ist stets zur Stelle

Dazwischen schafft man es fast, die oppressive Stimmung ganz zu verdrängen. Das Areal des Parks ist groß und bietet den Besuchern viel Platz, weshalb keine allgemeine Maskenpflicht herrscht. In den Schlangen und auf einigen Attraktionen herrscht hingegen die Pflicht, Mund und Nase zu bedecken. Das freundliche Personal macht einen schnell darauf aufmerksam, wenn man es vergessen hat.

Sonst steht Corona dem Spaß nicht wirklich im Weg. Wer dem Eifelpark in den letzten Dekaden ferngeblieben ist, wundert sich über die zahlreichen Neuerungen. Achterbahn, Wildwasserbahn, 80-Meter hohe Türme – sie ergänzen den Familienfreizeitpark um einige Attraktionen für die älteren, oder zumindest größeren Besucher.

Einige Maßnahmen, die aufgrund der Pandemie ergriffen wurden, sind regelrecht begrüßenswert. Das klebrige Gefühl, das man oft nach der Fahrt einer solchen Attraktion an den Händen verspürt, wird man an den Waschstationen, die man allerorts findet, wieder los. Eine Neuerung, die nach der Pandemie ruhig bleiben darf, wird der Park damit meinem Hygienebedürfnis gerecht. Auch wenn aktuell keine Begrenzung bei den Besucherzahlen herrscht, so hat man im Eifelpark reichlich Platz für sich und seine Gruppe. Auch die Schlangen bei den meisten Attraktionen bleiben relativ übersichtlich. Wer mit Kindern unterwegs ist, helfen farbig eingeteilte Messlatten, um schnell herauszufinden, ob und wie sie auf das Fahrgeschäft dürfen. Rot bedeutet zu klein, bei Gelb darf man in Begleitung einer erwachsenen Person mitmachen. Bei Grün darf die Erwachsene Person sich ein wenig ausruhen, während der Nachwuchs sich amüsiert. Auch praktisch: Schließfächer sind vielerorts zu finden, so dass man sich keine Sorgen um sein Handy machen muss, wenn man es nicht auf die Attraktion mitnehmen möchte.

Viel Überblick

Apropos Nachwuchs: Im Eifelpark ist tatsächlich für jede Altersgruppe etwas dabei. Selbst Fahrgeschäfte für Kinder ab einem Jahr sind zu finden. Wer sich vorab über das Angebot für seine Sprösslinge informieren möchte, kann dies auf der Webseite tun. Jedes Fahrgeschäft wird mit seinen Altersbegrenzungen und Mindestgrößen angeführt. Wasserspielplatz und die beiden Bällebäder sind allerdings aufgrund der Pandemie geschlossen. Dafür gibt es immerhin im Waldtheater weiterhin Vorführungen und auch Freiluftshows, wie die neue Greifvogel-Flugschau werden immer noch organisiert. Wer an den Wildtieren interessiert ist, wird hier immer noch glücklich, Corona hin oder her.

Ebenfalls positiv: die Spielplätze, die im Eifelpark zu finden sind, richten sich an unterschiedliche Altersgruppen. Hier sollte also für den Nachwuchs immer etwas dabei sein, wenn man gerade keine Energie mehr für eine andere Attraktion hat.

Dabei ist klar, dass nicht alle Attraktionen Gewinner sein können. Während es durchaus eine Geschmackssache ist, kann man die „Baustellenfahrt“, komplett mit Animatronik-Bauarbeitern und Baustellen-Utensilien, zumindest als eine sehr deutsche Attraktion bezeichnen. Aber den Kleinen macht es Spaß, wozu sich also beschweren? Als Tagesausflug lohnt sich der Park also auch in Zeiten der Pandemie. Natürlich gilt es, die Abstandsregeln zu beachten und sich regelmäßig die Hände zu waschen. Beides stellt keine sonderliche Herausforderung dank der guten Versorgung seitens das Parks dar.