LUC SPADA

Leckere überteuerte Burger, leckere Drinks und dann nach Hause, Pyjama anziehen oder wahlweise nackt schlafen, weil es besonders gut für die Haut ist, sein soll, die dann so schön atmen kann, und die Haut muss atmen, das wissen wir doch alle. Die Haut, der Mensch, sie, er, müssen sich frei fühlen, wenn sie, er, es schon nicht tagsüber schaffen, dann doch wenigstens in der Nacht.

Wie verhält man sich richtig vorm Schlafengehen? Wie-verhält-man-sich-richtig-vorm-schlafen-gehen? Letztere Frage laut ausartikulieren, wie es auch diese Teleshopping-Leute tun, wenn sie zum Beispiel versuchen, einen Staubsauger zu verkaufen und Dir erzählen möchten, wie-toll-der-Staubsauger-auch-in-der-noch-so-eckigsten-Ecke-der-Wohnung-für-Sauberkeit-sorgt.

Wenn man viel getrunken hat, schnell, das Fenster auf, viel Wasser trinken (ohne Kohlensäure) und hoffen, dass der Kater nicht zu laut schnurrt. Noch was essen? Essen nach Mitternacht macht besonders viel Spaß, besonders wenig schlank. Ja, ok, schnell noch was essen, oh, noch eine Salami, aufessen, aufgegessen und sich mit schlechtem Gewissen davonträumen, Rausch ein, Rausch raus.

Wenn man aber nur ein, zwei Drinks hinter sich hat, nach dem riesen, überteuerten Burger und bereits früh wieder zu Hause ist, weil die Freunde, mit denen man den Burger gegessen und die ein, zwei Drinks genossen hat, morgen früh rausmüssen (irgendwann ist das so, dass die Freunde am nächsten Tag IMMER früh rausmüssen), weil sie Marathon laufen oder Kinder zeugen wollen und man nicht alleine weitertrinken möchte, was dann? WAS ALSO DANN?

Noch eine Serie schauen, ja, aber was, wenn man während der Folge einschläft? Dann will man sich die Folge doch am nächsten Tag nicht nochmal anschauen, weil man sie „zeittheoretisch“ eigentlich schon gesehen hat, und somit wäre es vergeudete Zeit, die Folge nochmal zu gucken, nur weil man eingepennt ist, völlig ineffizient, besonders in Zeiten, wo Effizienz das A und O einer funktionierenden Gesellschaft ist. Einer kompetent kompetitiven funktionierenden Gesellschaft.

Man könnte nun natürlich auch die Zeit nutzen, im Eifer der Nacht, den Kritikern, die dein neues Buch in Rezensionen „vernichtet“ haben, über Facebook Beleidigungen zu schicken, allerdings habe ich keine Zeit dafür, ich fasse mich lieber selbst an. Taschentücher mit extrasoft Gefühl, geküsst von einem Hauch Aloe Vera, wisch und weg.

Das wird eine ganz besondere Nacht. Ein Rebell werde ich sein, denn ich werde mir auch nicht die Zähne putzen. Einfach darauf hoffen, dass der Körper das auch ohne Zahnpasta hinkriegt. Endlich frei.