LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

43 Prozent der Luxemburger lehnen Freihandelsabkommen zwischen EU und USA ab

Luxemburg gehört zu den drei Ländern, in denen die Ablehnung gegenüber dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA am größten ist. Einem kürzlich erschienenen Eurobarometer zufolge lehnen 43 Prozent der Luxemburger die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) ab. 40 Prozent befürworten das Abkommen. Mit 52 Prozent fällt die Ablehnung in Österreich am deutlichsten aus. Deutschland folgt knapp hinter dem Großherzogtum mit 41 Prozent. Im Schnitt spricht sich allerdings eine deutliche Mehrheit von 58 Prozent der Menschen in den 28 EU-Staaten für TTIP aus; lediglich bei 26 Prozent stößt das Vorhaben auf Ablehnung. Die restlichen 17 Prozent äußerten sich weder für oder gegen TTIP. Ähnlich wie im europäischen Durchschnitt fällt auch das Ergebnis bei unseren belgischen und französischen Nachbarn aus. Durch das Freihandelsabkommen soll der weltweit größte Wirtschaftsraum mit rund 800 Millionen Verbrauchern entstehen.

71 Prozent für gemeinsame Einwanderungspolitik

Weiteres Ergebnis der im November des vergangenen Jahres durchgeführten Umfrage: Mehr als sieben von zehn Europäern befürworten eine gemeinsame europäische Einwanderungspolitik. In allen europäischen Staaten unterstützt eine absolute Mehrheit ein solches Vorhaben. In Luxemburg sind es 82 Prozent. Nur 13 Prozent sprechen sich explizit ablehnend aus. Gleichzeitig löst die Einwanderung von Menschen von außerhalb der EU bei rund 57 Prozent der Europäer ein negatives Gefühl aus. In 23 EU-Mitgliedstaaten hat eine Mehrheit der Bevölkerung eine negative Meinung zur Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten. In Luxemburg sprechen 52 Prozent von einem negativen Gefühl. Positiv bewerten es mit 44 Prozent allerdings mehr Menschen in Luxemburg als im EU-Durchschnitt (35 Prozent). Zum Vergleich: Die Einwanderung von Menschen aus anderen EU-Staaten löst bei 52 Prozent der EU-Bürger ein positives Gefühl aus, während es bei 41 Prozent negativ besetzt ist. In Luxemburg ist das Ergebnis hingegen eindeutig: 72 Prozent äußern sich positiv. Eindeutig ist allerdings auch, dass 82 Prozent der EU-Bürger für zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung in die EU sind. In Luxemburg sprechen sich 54 Prozent für solche Maßnahmen sowohl auf nationalen wie auf europäischer Ebene aus.

Mehrheit für europäische Energie- undSicherheitspolitik

Die Umfrage zeigt weiter, dass 73 Prozent der EU-Bürger für eine gemeinsame Energiepolitik, 76 Prozent sogar für eine gemeinsame Verteidigungs- und Sicherheitspolitik der EU-Staaten sind. Größter Fürsprecher für eine gemeinsame Energiepolitik ist Luxemburg, gefolgt von Ländern wie Belgien, Deutschland oder Malta. Auch eine gemeinsame Verteidigungspolitik stößt bei Luxemburgern auf große Zustimmung: 86 Prozent. Am geringsten fällt der Zuspruch in Großbritannien (61 Prozent), Schweden (59 Prozent) und Irland (57 Prozent) aus. EU-weit lehnen lediglich 16 Prozent eine solchen Vorstoß ab.


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