LUXEMBURG
SVEN WOHL

Neue Kampagne von BEE SECURE nimmt „Fake News“ ins Visier

Desinformationen sind nicht neu. Doch die Art und Weise, wie sie verbreitet werden, ist es. Soziale Netzwerke stärken virale Inhalte - und Desinformationen werden damit umso schneller geteilt. Dass dies in Luxemburg ebenfalls erschreckende Ausmaße annehmen kann, konnte jeder erst vor kurzem beobachten. Nach den „Youth for Climate“-Demonstrationen wurden auf den sozialen Netzwerken Fotos gepostet, die die hauptstädtische „Kinnékswiss“ in einem zugemüllten Zustand zeigen sollten. Dass es sich dabei um ein Foto des Hyde Parks aus dem Jahr 2017 handelte, war eine Information, welche kaum jeden der tausenden Personen, welche den Fake geteilt haben, erreicht haben dürfte.

Nutzer stehen mit in der Verantwortung

„Was im Vergleich zu den klassischen Medien fehlt, sind die Gatekeeper-Funktionen“, so Jeff Kaufmann vom „Service National de la Jeunesse“ (SNJ) bei der gestrigen Pressekonferenz zur Vorstellung der Kampagne. Bei den Medien würden die Redakteure die Informationen prüfen und somit „Fake News“ ausschließen. Bei den sozialen Netzwerken läge der Ball dagegen bei den Nutzern. Sie müssten die Informationen und Nachrichten, die sie über die Timeline erreichen, sortieren. Um dies zu erleichtern, startet BEE SECURE in Zusammenarbeit mit dem SNJ und dem „Zentrum fir politesch Bildung“ die Kampagne „#checkyourfacts - Gleef net alles um Internet.“ Ein kurzes Video soll unter anderem verdeutlichen, wie solche Falschinformationen entstehen können und verbreitet werden. Gewisse Reflexe sollen seitens der Nutzer verinnerlicht werden. So müssten diese bei den Posts stets die Frage stellen, wer die Information geschaffen hat, wer sie teilt, ob das Konto echt ist und welche Intentionen seitens des Autoren hinter der Information stehen können. Aufmerksamkeit erhaschen sollen Aufkleber und Poster, welche vom Künstler Alain Welter entworfen sind.

Bei dieser Kampagne richtet man sich an Jugendliche und Schüler. Die Informationsmaterialien wie auch Kurse stehen den Klassen der Sekundarstufe zur Verfügung und werden aktuell zusammen mit den Partnern innerhalb der 7e-Stufe verteilt. Auch eine pädagogische Materialsammlung steht für das Lehrpersonal, welches dieses Thema weiter vertiefen möchte, zur Verfügung. BEE SECURE hat im vergangenen Jahr insgesamt 836 Bildungskurse durchgeführt. Davon entfielen 400 auf die Grundschule und 436 auf die Sekundarschule.

BEE SECURE gibt in dem ausgearbeiteten Material jedoch Tipps, die nicht nur für Jugendliche gelten. So wird zum Beispiel das diagonale Lesen unterstrichen. Hierbei recherchieren die Nutzer selbst über weitere Quellen, ob die Faktenlage einer Geschichte stimmt. Auch Seiten, wo Faktenchecks durchgeführt werden, wie etwa Mimikama, Correctiv, Hoaxmap oder Snopes werden hier angeführt. Eine gute Nachricht gibt es: Unter 25-Jährige haben selten Probleme damit, „Fake News“ zu identifizieren.

Einen Überblick über die Kampagne sowie Hilfsmaterial finden Sie auf www.bee-secure.lu