LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Ach, schon wieder eine Erklärung zu Covid-19, schon wieder eine Diskussion im Parlament, haben wir nicht alles schon gehört, alles gesehen? seufzten gestern eifrige Nutzer der sogenannten „sozialen“ Medien.
Ja, vieles ist schon gesagt worden und es ist kaum zu erwarten, dass bei der Debatte den ganzen Tag über heute zur Regierungserklärung zur Pandemie-Lage viel Neues rumkommt - die Majorität wird erneut die Regierungsentscheidungen gegen das Virus loben, die Opposition die Haare in der Suppe suchen, die sie wohl kaum anders zubereitet hätte, wäre sie in dieser schweren Zeit in der Exekutive gewesen. Die Legislative wird sich allerdings noch über viele, viele Monate, gar Jahre mit der außergewöhnlichsten Krise befassen müssen, die das Land je heimgesucht hat.
Um sie abzufedern und eine tiefgreifende und langanhaltende wirtschaftliche und soziale Depression zu vermeiden, wird sie noch schwierige Entscheidungen treffen müssen.
Wobei zu hoffen bleibt, dass die sanitäre Lage im Griff bleibt, was alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Denn manche Zeitgenossen scheinen bereits zu meinen, dass das hochansteckende Virus verschwunden sei, als ob dessen Gefährlichkeit mit den graduellen Lockerungen in irgendeiner Weise abgenommen hätte.
Die Lockerungen werden sogar manchmal derart locker gehandhabt, dass am Ende keine einzige „Barrieregeste“ mehr respektiert wird. Die Folgen lesen wir dann in den Statistiken der Gesundheitsdirektion.
Wobei die positiven Fälle und aktiven Infektionen seit einigen Tagen wieder steigen - unabhängig von den durchgeführten Massentests für die jeder sicher ein paar Minuten - das Unangenehme dauert übrigens nur Sekunden - opfern kann. Händewaschen und nicht einfach in den Saal husten oder niesen sollte sowieso zu den elementaren Hygienereflexen gehören. Die Atemschutzmaske nervt zwar, zumal bei hohen Temperaturen, aber jedem müsste einleuchten, dass die Dinger die Tröpfchen, die wir dauernd exhalieren zurückhalten und demnach das Risiko mindern, jemand anders anzustecken, wenn man selbst infiziert ist. Oder infiziert sein könnte. Müsste doch zu machen sein, sich an die paar Regeln zu halten, nicht wahr, zumal uns alle Utensilien und Informationen dafür von offizieller Seite zur Verfügung gestellt werden?
Müsste doch zu machen sein, die kleinen Reflexe zu verinnerlichen, die viel schützen, wenn alle sie anwenden und uns vor neuerlichen, desaströsen „Lockdowns“ bewahren können, wie sie in einigen Regionen nicht weit von uns weg schon wieder verhängt werden müssen?
Vor neuerlichen Ausgangssperren schützt uns auch das Wissen um die Verbreitung des Erreger gegen den - auch das muss ständig wiederholt werden - es  momentan kein Medikament und keine Impfung gibt. Wir wissen längst noch nicht alles über diese neuerliche Geissel der Menschheit.
Bleibt also nur die Vorsicht, um Leben zu retten und weiteren schweren Eingriffen in unsere Freiheiten vorzubeugen. Dazu braucht es besonders in dieser kritischen Phase, in der die oben genannten Regeln leider zu oft vergessen werden, Disziplin und Solidarität. Solidarität vor allem mit den Opfern dieser Krise, die Jobs kosten wird und soziale Ungleichheiten noch verschärft. Das alles sollte bei jeder Debatte über das Thema jedesmal derart fett unterstrichen werden, dass so viele Zeitgenossen wie möglich es mitbekommen.