LUXEMBURGSVEN WOHL

Spielkritik: The Last of Us

Jede Konsolengeneration erreicht einmal ihren Höhepunkt. Der Versuch, diesen durch ein einziges Spiel zu definieren, wird immer wieder gemacht. In der letzten Generation wurde oftmals „Resident Evil 4“ als das höchste Gut bestimmt und prägte damit die nachfolgende Generation. „The Last of Us“ ist wahrscheinlich der beeindruckendste Anwärter für diese Distinktion in diesem Zyklus.

Untypische Reise

Das hat im wesentlichen nichts mit Spaß zu tun. Denn „The Last of Us“ macht keinen Spaß. Es ist intensiv, sicherlich, man ist engagiert und die Immersion scheint unwiderstehlich, aber man hat keinen Spaß beim Spielen dieses Spieles. Ähnlich wie bei „Limbo“ will „The Last of Us“ sich an das Gefühlsspektrum außerhalb der abgetretenen Pfade der Videospielkonventionen heran wagen. Schuld, Trauer, Verzweiflung und Hoffnung stehen hier im Vordergrund.

Es wäre zu leicht, die Welt von „The Last of Us“ als eine weitere Zombie-Apokalypse abzutun. Joel verlor beim Ausbruch der Krankheit seine eigene Tochter. 20 Jahre später soll er Ellie, eine 14-Jährige, die durch die Infektion ihre Eltern verloren hat, nach Salt Lake City schmuggeln. Ihr Weg ist gepflastert von Banden, Infizierten und vom Militär kontrollierten Zonen. Nur Ruinen zeugen von der Welt, die Joel kannte und die Ellie nie kennen lernen durfte.

Furchtloser Spagat

Sicher sind Grafik und die Spielmechanik auf höchstem Niveau, doch das alleine reicht nicht mehr aus, um als exzellentes Spiel zu gelten. Letzten Endes wird es die gefühlvolle Geschichte, mit deren Hilfe „The Last of Us“ zum Klassiker wird. Und was Impulse für die kommende Konsolengeneration angeht, ist dieser ein willkommener, bringt er das Medium doch eindeutig voran (Erhältlich für PlayStation 3 bei „Le Reservoir“ für 60 Euro)