Je älter die Zeit wird, desto schrecklicher wird sie, oder was ist davon zu halten, dass inzwischen nicht einmal mehr die Außenminister trinkfest sein müssen, wie dieser Tage der deutsche Chefdiplomat Frank-Walter Steinmeier gebenüber dem „Stern“ aus dem Nähkästchen plauderte: „Früher war das so, und nicht nur in der Außenpolitik! Rituale, nicht enden wollende Abendessen, in Russland auch mit Wodka“, erinnert sich der Asselborn-Speziwehmütig. „Heute ist alles ungleich schneller und - in jeder Hinsicht - nüchterner geworden“, und mit den allgegenwärtigen Medien, moniert der Minister, könne sich keiner mehr leisten, „in den Seilen zu hängen“. Steinmeier dürfte natürlich wissen, wovon er spricht, schluf er doch vor Jahren schon einmal mit Jean Asselborn in ein und demselben Flugzeug, und zwar gänzlich nackig. Allerdings nicht, weil beide zu arg getankt hatten (obwohl der Kröver Nacktarsch ziemlich lecker war), sondern weil es in dem Flieger - einem alten Dings - total heiß war, und Asselborn das sowieso so gewohnt war, da er, wie er sich seinerzeit herauszureden versuchte, „aus einer armen Familie kommt, in der man keine Pyjamas kannte”. Wenn das mit Blau-Rot-Grün so weitergeht, dann schlafen demnächst also alle Luxemburger nur noch nackig...