LUXEMBURG
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Wie sich die Nachfrage nach Fortbildungen verändert

Wie lange und wie oft nehmen Mitarbeiter an Fortbildungen teil? Das beim „Institut National pour le Développement de la Formation Continue“ angesiedelte „Observatoire de la Formation“ kann auf diese Frage eine Teilantwort geben, aufgrund der Auswertung der Daten, welche die Betriebe angeben müssen, die eine staatliche Kofinanzierung für ihre Fortbildungsprogramme beantragen, von der 2017 potenziell 56,1 Prozent der Arbeitnehmer im Privatsektor profitierten. Kürzlich hat das Observatorium eine neue Analyse der Weiterbildungspläne für das Jahr 2017 veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass die Fortbildungen im Durchschnitt 5,1 Stunden dauerten, gegenüber 5,7 Stunden im Jahr 2012. Eine Entwicklung, die sich aber besonders in den Bereichen Handel, Gesundheits- und Sozialberufe, IT sowie bei den Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten zeigt. So dauerten die Fortbildungen in den erwähnten Branchen 2012 im Durchschnitt 2,5 Stunden, 2017 waren es noch 2,1 Stunden.

In den sehr kleinen Betrieben, waren es 9,9 Stunden 2017 gegenüber 12,7 Stunden 2012. In großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern waren es indes 4,1 Stunden.

4,8 Weiterbildungskurse im Jahr

Allerdings ist die Zahl der Fortbildungen übers Jahr gesehen angestiegen und zwar im Durchschnitt von 4,3 im Jahr 2012 auf 4,8 im Jahr 2017. Dieser Anstieg ist im Finanz- und Versicherungswesen am markantesten. Hier belegten die Mitarbeiter 2012 im Durchschnitt 7,5 Fortbildungskurse jährlich, gegenüber 5,3 im Jahr 2017. Auch bei den Kleinstbetrieben lässt sich eine Entwicklung hin zu mehr Fortbildungen erkennen.

Der Durchschnitt der Anzahl im Jahr kletterte hier von 4,3 auf 5,6 zwischen 2012 und 2017. Wobei große Betriebe mit über 1.000 Mitarbeitern diese am öftesten in Fortbildungen schicken: im Durchschnitt kommen 6,2 auf jeden Mitarbeiter. Übrigens nehmen Männer mit durchschnittlich fünf Fortbildungen im Jahr öfter an solchen teil wie Frauen (4,6). Und Mitarbeiter über 45 nehmen weniger oft an Weiterbildungen teil als der Durchschnitt (4,1).

Die Zahlen weisen allerdings auch ein starkes Gefälle auf: Während leitende Mitarbeiter und Führungskräfte respektive 6,8 und 6,1 Weiterbildungen pro Jahr absolvieren, sind es bei qualifizierten Mitarbeitern fünf und bei nicht-qualifizierten Mitarbeitern 2,4. Trotz dem „Salariés +“-Dispositiv, durch das die Unternehmen statt wie regulär 20 Prozent staatlicher Zuschuss für Weiterbildungsprogramme 35 Prozent der Lohnkosten für unqualifizierte Mitarbeiter bei Fortbildungen bekommen können. Für Mitarbeiter über 45 gilt der gleiche Satz.

So viel zu den generellen Trends. Ein weiterer ist, dass die Nachfrage nach „inhouse“ und maßgeschneiderten Fortbildungen steigt, wie sich aus den Gesprächen mit Weiterbildungsprofis herausschält, die wir für dieses Thema des Tages befragt haben.

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