LUXEMBURG/DIEKIRCH
INGO ZWANK

Aus der Theorie in die Praxis: Schüler der Hotelfachschule waren fast eine Woche auf der Expogast im Einsatz

Die Spannung bei der „Kellnerschaft“ ist zu spüren: Es ist genau 18.00 - jetzt müssen die ersten Gourmet-Gerichte an die über 800 Plätze gebracht werden. Denn Zeit heißt hier Punkte. Es sind die Gerichte der Koch-Nationalmannschaften, die auf der Expogast um den Culinary Worldcup wetteifern - und der Kellnerservice muss die Ruhe und auch die Übersicht behalten, wenn die letzten Feinheiten an den Tellern arrangiert werden und dann mit Zettel und den Tischnummern von den Verantwortlichen ausgegeben werden - und dieser Service wird von den Schülerinnen und Schülern der Hotelfachschule Lycée Technique Hôtelier Alexis Heck aus Diekirch gestellt.

Das erste Mal, dass die Schule geschlossen wird

„Es ist jetzt das erste Mal bei einer Expogast, dass wir quasi die ganze Schule mit allen 320 Schülerinnen und Schülern geschlossen haben und mit ihnen allen auf der Luxexpo präsent sind und hier arbeiten“, sagt Jean-Paul Cathrein, stellvertretender Schulleiter der Hotelfachschule. „Die meisten der Schüler sind natürlich im Gourmet-Restaurant ‚Restaurant der Nationen‘ im Service im Einsatz. Allerdings haben wir auch noch einen Waffelstand, einen Stand bei RAK Porzellan und stellen den Service in der Kantine des Vatel-Clubs.“ Die Tourismussektion ist darüber hinaus im Empfang und im Pressecenter tätig. Vor Ort waren hier zum Beispiel Catarina Teixeira (19 Jahre), Pierre Holemans (23) und Andreia Fontinha (20) im Einsatz. „Es ist eine tolle Abwechslung zum Schulalltag“, bilanzierten die drei der „Tourismussektion“ des LTHAH. „Wir sind hier für den Empfang der Pressevertreter zuständig, geben ihnen ein Fülle an Infomaterial mit auf den Weg und stehen auf bei Fragen Rede und Antwort! Wir sorgen dafür, dass alles hier läuft“, sagen die drei zuversichtlich, und in dem Moment kommt ein Journalist, der keinen Kontakt zum Printer herstellen kann. Pierre muss den Techniker rufen, alles wird schnell und sicher gemanagt.

Die drei wissen noch nicht so genau, was sie später einmal nach der Schule machen wollen. Reisebüro, Hotel im Ausland oder auch weiter studieren, alles kann sein, sagen die Schüler.

„Die sind nervös wie Sau“

Christian Roehl (16 Jahre) ist mit seinen beiden „guten Freunden“ Yannou Maquil (16) und Guillaume Schumacher (16) im Service des Restaurants aktiv. Vor der täglichen Besprechung mit den Lehrkräften haben die drei aber noch einen Blick in die Küche der luxemburgischen Teams geworfen, natürlich mit Fahne und rotem Löwen ausgestattet - auch wenn Christian und Guillaume aus Belgien kommen, unterstützen sie natürlich die Luxemburger - und resümieren: „Ich glaube, die sind nervös wie Sau“, sagt Yannou vor der Box der Senioren, und Christian pflichtet ihm bei: „Es ist etwas hektisch, sieht wenigstens so aus.“

Dann wird es aber für die drei dienstlich. Sie bekommen von dem „Verbindungskoch“, einem Juryassistenten, Gericht und Tisch zugewiesen. „Und dann müssen wir das Gericht ausliefern.“ Ob der Service denn auch die Gerichte schmecken darf, die sie so toll angerichtet da an die Tische bringen? „Wenn am späten Abend was übrig bleibt, durften wir auch schon mal in der Küche schmecken, ja“, sagen Guillaume und Christian, die drei Tage im Restaurant kellnerten. Favoriten auf den Pokal hatten die angehenden Gastronomieexperten auch schnell ausgemacht: „USA, Slowakei, die waren echt stark“, lautete das Resümee - „und Norwegen, die hatten eine tolle Stimmung und haben toll gekocht.“