Fast jeder in Luxemburg kennt den Musiker Fausti, die allermeisten können viele seine Lieder nachsingen, wie „Zwou Bulle Mokka“, „Moss am Bic“, „On se Biitsch“ oder „Vache glift“. Aber wer ist Fausti wirklich? Regisseur Andy Bausch recherchierte in den Archiven des Centre National de l’audiovisuel (CNA) und von RTL, interviewte und filmte Bekannte und Wegbegleiter der Stimmungskanone Fausti. Das Resultat ist der Dokumentarfilm „Faustino - One-Man-Show“, der jetzt im „Utopolis“ seine Premiere feierte. Der Film, der von Paul Thiltges und David Grumbach produziert wurde, kommt morgen in die Kinos.
Vom Grund auf die Bühne
Fausti kam 1940 als Faustino Cima in Luxemburg-Stadt zur Welt, wo die Familie im Viertel Grund lebte. Die Großeltern waren Ende des 19. Jahrhunderts aus Italien nach Düdelingen ausgewandert, wo sein Vater Faustino Senior geboren wurde. Weil die Mutter beide immer Fausto nannte, und stets der falsche antwortete, wurde aus dem Jungen Cima Fausti.
Die Familie, die sieben Kinder hatte, zog in die Oberstadt gegenüber des großherzoglichen Palais’. Der junge Fausti besuchte das Konservatorium und bekam im Alter von zwölf Jahren ein Akkordeon geschenkt. Mit 15 war er ein talentierter Allround-Musiker, der bereits in einem Orchester spielte. Die Bands von Rico Tuxillo, Jempi Faust, Johnny Nimax oder Jean Roderes waren nur ein paar seiner Stationen als Berufsmusiker. Anfang der 1960er galt er als der beste Schlagzeuger im ganzen Land. Mit seiner Frau Alice ist er seit 1960 verheiratet, das Paar hat zwei Söhne.
Viele Zeitzeugen
Im 90-minütigen Film, der in fünf Kapitel aufgeteilt ist und mit Faustis Lehrjahren beginnt, um mit der Pension, die Fausti immer noch nicht hat, aufzuhören, defilieren viele Berufskollegen, Familienmitglieder und Freunde.
Fausti erzählt selbst seine Geschichte vor der laufenden Kamera von Kameramann Carlo Thiel. Eugène Bozzetti, Erny Delosch, Al Ginter, Änder Hirtt, Ernie Hammes, Charel Hornemann, Tony Schuster, Jochen Pützenbacher sind nur einige Zeitzeugen, die über ihre Erlebnisse mit dem Multitalent erzählen. Es ging nicht immer harmonisch in den verschiedenen Musikformationen zu, zumal wenn Geld anfing, eine wichtige Rolle zu spielen.
Fotos aus dem Familienalbum und animierte Fotoaufnahmen, private Filmaufnahmen und Archivmaterial, wie auch nachgestellte Szenen und unbenutzte Aufnahmen aus Bauschs „Entrée d’artistes“, illustrieren das Leben der luxemburgischen Stimmungskanone. Man hätte sich etwas mehr Musik gewünscht, doch viele Aufnahmen aus den Sechzigern waren unauffindbar. Am Ende steht fest, dass Fausti ein Musiker ist, der mit Leib und Seele seinen Beruf ausübt, ein lustiger Kerl, der es liebt im Mittelpunkt zu stehen, aber auch ein Tüftler, der mit einem Lötkolben umgehen kann - einfach ein Entertainer mit Kultstatus.


