LUXEMBURG
DJUNA BERNARD

Immer wieder wird von verschiedenen Seiten der Preis der Kultur infrage gestellt, auch in Luxemburg.

„Die Finanzierung unserer Kulturpolitik ist eine Investition in unseren Denkmalschutz, unsere Kunstschaffenden, das Nation Branding unseres Landes und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Kultur bringt Menschen zusammen, verarbeitet unsere Geschichte, thematisiert Missstände und gesellschaftliche Reibungspunkte.

Das Kulturbudget des Jahres 2020 ist mit 151.361.572 Euro das höchste, das je gutgeheißen wurde und verzeichnet einen Zuwachs gegenüber 2019 von 4,25 Prozent. Mit 0,73 Prozent des Gesamtstaatsbudgets bleibt noch Luft nach oben, jedoch setzt das Budget große, qualitative Akzente.

Die Professionalisierung des Kultursektors und der Kampf gegen die Prekarisierung der Kulturschaffenden soll die über 8.500 Kunstschaffenden unseres Landes unterstützen. Neben der Förderung zahlreicher Sektoren (wie Tanz, Theater, Literatur, Museen u.v.m.) wird ab dem 1. Januar 2020 endlich der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von drei Prozent auf die Leistungen von Autoren, Komponisten und ausübenden Künstlern eingeführt. Auch soll das Gesetz des Statuts freiarbeitender Künstler und „Intermittents“ überarbeitet werden, um die Professionellen so besser gesetzlich zu schützen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gründung und Konzeptualisierung des „Arts Council“. Diese spartenübergreifende Agentur hat zur Aufgabe, die verschiedenen Kulturbereiche im Ausland zu promovieren und zu vermarkten. Die internationale Mobilität unserer Künstler wird durch Residenzen unterstützt und ihre Kunst exportiert.

Wie bereits gesagt, bringt Kultur Menschen zusammen und ist ein wichtiger Faktor der sozialen Kohäsion. Sie föderiert nicht nur unterschiedliche Generationen, sondern auch diverse soziale und nationale Hintergründe. Der Zugang zur Kultur muss jedem gewährleistet sein – ob durch Kulturpass, kulturelle Weiterbildungen, die Neuschaffung des „médiateur culturel“ oder der Unterstützung regionaler und lokaler Kulturinitiativen und Häuser, sollen Barrieren zur Kunst so weit wie möglich abgebaut werden. Auch die Kultur ist auf der Suche nach Wohn- und Arbeitsräumen für Künstler und ihre Werke. Neben der Schaffung von Artisten-Residenzen im Inland soll auch ein Fokus auf Arbeitsräume, Proberäume und Werkstätten für Künstler gelegt werden.

Kultur sollte jedoch nicht nur „konsumiert“ also betrachtet, gehört und besichtigt werden, sondern auch diskutiert, neu-erfunden und gesellschaftlich debattiert werden, deswegen sehe ich zusätzlich zu den oben genannten Räumlichkeiten auch das Bedürfnis für sozio-kulturelle Begegnungsräume – ob in Cafés, lebendigen Bibliotheken, kulturellen Shared-spaces und Konferenzräumen.“