LUXEMBURG
NATASCHA EWERT

Kulturminister Bettel schafft Klarheit in Sachen Kulturentwicklungsplan

Am 1. und 2. Juli fanden die „assises culturelles“ im „Großen Theater“ der Stadt Luxemburg statt. Acht Arbeitsgruppen haben sich einige Monate im Vorgriff auf diesen kulturellen Austausch gebildet, um ein klares Bild der Kulturszene in Luxemburg zu erhalten.

Erster Entwurf soll spätestens Anfang Juli 2018 vorgestellt werden

Als Schlussfolgerung hat Kulturminister Xavier Bettel seine Absicht bestätigt, einen Kulturentwicklungsplan auszuarbeiten, so wie es auch schon im Regierungsprogramm festgelegt wurde. Jo Kox, ehemaliger Direktor des „Casino Luxembourg“, soll als Kulturmanagementexperte den Prozess steuern.

Die LSAP-Abgeordneten Marc Angel und Franz Fayot formulieren in einer parlamentarischen Frage an Bettel ihre Zweifel: Die Ausarbeitung eines solchen Plans mit all den erforderlichen Schritten um dem Namen gerecht zu werden, erfordert Experten zufolge mindestens zwei Jahre Zeit. Kox verfüge nur über eine 16-Stunden-Stelle und habe darüber hinaus kein Team zur Verfügung. Er habe zudem selber im Radio verkündet, dass ein Kulturentwicklungsplan illusorisch sei und man eher von einem „Leitbild“ für die Kultur sprechen sollte.

Angel und Fayot sehen die Kox zugestandene Arbeitszeit kritisch und wollen wissen, ob der Kulturplan noch in dieser Legislaturperiode ausgearbeitet wird und wann er präsentiert werden kann beziehungsweise wie der Zeitplan für die verschiedenen Phasen aussieht.

Bettel zeigt wenig Verständnis für die Kritik. In seiner Antwort verweist er auf den Vertrag, den er und Kox unterschrieben haben und der im gemeinsamen Einverständnis Gegenstand, Inhalt und Dauer der Leistungen präzisiert. Kox werde auch nicht alleine sein, wie es in der Frage anklinge, sondern direkt mit den Beamten des Kulturministeriums zusammenarbeiten. Deswegen stehe ihm auch ein Büro im Kulturministerium zur Verfügung.

Der erste Entwurf werde spätestens Anfang Juli 2018 während der nächsten „assises culturelles“ vorgestellt. Der Zeitplan für Anhörungen, Diskussionen und Analyse der verschiedenen Themen, die bei den „assises“ mit dem Kultursektor gesammelt wurden, wird zurzeit ausgearbeitet.

Laut Bettel, ist es noch zu früh, einen genauen Zeitplan vorzustellen.