LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Die Instandsetzung der „Aile Wiltheim“ des MNHA erfolgt im Interesse der Besucher

Seit Anfang der 1970er Jahren zum nationalen Geschichts- und Kunstmuseums (MNHA) gehörend, waren die drei alten Häuser in der Rue Wiltheim (8, 10 und 12) nicht mehr in das Vorhaben des neuen zentralen MNHA-Gebäudes, das 2002 eingeweiht wurde, eingegliedert. In der Zeitspanne von 1975 bis 1978, anlässlich des europäischen Jahres des Architektur-Patrimoniums, instand gesetzt, entsprechen die drei Häuser heute nicht mehr den geltenden Sicherheitsnormen für die Besucher der Museumskollektionen, meinte Kulturministerin Octavie Modert gestern Vormittag bei der Vorstellung des Renovierungsarbeiten.

Zeugnis der Stadtarchitekturaus früheren Tagen

Gleichzeitig stellen die drei Häuser in der hauptstädtischen Rue Wiltheim, die zum Besitz des „Fonds de Rénovation de la Vieille Ville“ (FRVV) zählen, heute ein einzigartiges Zeugnis der Stadt-Architektur des 16., 17., 18. und 19. Jahrhunderts dar.

Im Oktober vergangenen Jahres in Angriff genommen sollen die Instandsetzungsarbeiten, die sich mit insgesamt 7,2 Millionen Euro zu Buche schlagen, im Mai kommenden Jahres fertiggestellt sein, unterstrich Bautenminister Claude Wiseler. Das Konzept der Instandsetzung fußt einerseits auf einer detaillierten Analyse der historischen Gemäuer und anderseits auf einer gründlichen museologischen Überlegung.

Das Herzstück des Konzeptes bilden folgende Elemente: Die Konservierung des bebauten Patrimoniums und ihre Valorisierung im Interesse der Besucher; die Verwirklichung eines hochwertigen architektonischen Projektes in Anlehnung an das zentrale Museumsgebäude; eine bessere Ausbeutung des „enzyklopädischen“ Charakters und des Reichtums des Museums; die Schaffung von thematischen Rundgängen, die sowohl das zentrale Museumsgebäude als auch die „Aile Wiltheim“ einschließen; eine maximale Zugänglichkeit aller Museumsteile für Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie die Integrierung der Neuen Technologien in das Besucher-Angebot.

Neue „Passerelle“ auf zwei Ebenen

Die Zugänglichkeit der „Aile Wiltheim“ wird dank einer neuen, durchsichtigen „Passerelle“ auf zwei Ebenen. In Haus auf Nummer 12 der Rue Wiltheim wird darüber hinaus ein Lift eingerichtet werden und die Schaffung neuer Querverbindungen zwischen den drei Häusern sollen die Beibehaltung der Türen und anderer Innenausstattungen der Häuser aus früheren Tagen erlauben.

Anlässlich der im kommenden Mai geplanten Eröffnung der „Aile Wiltheim“ werden die Museumsbesucher verschiedene neue Dauerausstellungen entdecken können. So soll die Ausstellung „De Mansfeld au design (1500-2013)“ die Wohnkultur in Luxemburg durch verschiedene Jahrhunderte beleuchten. Ein Ausstellungsraum soll den Fotografien von Edward Steichen, die dem Museum vermacht wurden, vorbehalten sein. Weiter soll der Kunst in Luxemburg im 19. Jahrhundert ein Ausstellungsraum vorbehalten sein und auf einer weiteren Ausstellungsfläche sollen die Münzen und Medaillen, die zu der Kollektion des Museums gehören, die Geschichte Luxemburgs erzählen. 2015 soll schließlich eine neue Dauerausstellung zum Thema Stadtarchäologie eröffnet werden.

Dauer- und Wanderausstellungen

Die verschiedenen thematischen Rundgänge sollen ihren Anfang in einem so genannten, in der ersten Etage des zentralen Museumsgebäudes eingerichteten „Prolog“- Raums haben, wo die Besucher kurz in die Geschichte des Landes und in die Kollektionen des Nationalmuseums eingeführt werden. Dies soll ihnen helfen, sich besser im Museum zurecht zu finden.

Darüber hinaus soll die „Aile Wiltheim“ des MNHA noch weitere Räume für Wanderausstellung sowie zwei zusätzliche Räume für den Schuldienst des Museums begreifen.