LUXEMBURG
FRANÇOISE POOS

Vor wenigen Wochen hat Frank Feitler sein Amt als Präsident des Verwaltungsrats des Kultur- und Begegnungszentrums neimënster aufgegeben, das schließlich von Françoise Poos übernommen wurde. Das Mandat empfindet sie als „spannend und interessant“, wohlwissend, welch wichtige Rolle ein Kulturzentrum in unserer heutigen Gesellschaft zu spielen hat.

„In einer Zeit, in der sich unsere Gesellschaften zunehmend verändert, immer vielfältiger und nicht zuletzt auch fragmentierter wird, hat ein Kulturzentrum eine wichtige Mission zu erfüllen, nämlich einen Ort der Begegnung zu bieten. Es geht darum, zwischen den unterschiedlichen Kulturen einen Dialog zu stimulieren und die vielen Gruppen mit ihren diversen Identitäten, die in Luxemburg leben, zusammenzubringen, beziehungsweise einander näherzubringen, dies alles letztlich im Sinne eines gesunden und harmonischen Zusammenlebens.

neimënster will seinen Beitrag dazu leisten, die soziale Kohäsion zu unterstützen, eben dadurch, dass verschiedene Blickwinkel zusammengebracht werden, dass die kulturelle Vielfalt gefeiert wird, dass nicht von einer Assimilation geredet wird, sondern dass man lernt, all diese Differenzen zu verstehen, zu akzeptieren und sie als kulturellen Reichtum zu empfinden. Die Diversität ist ein Gewinn für jeden. Wenn wir sie zelebrieren lernen, kommen wir alle in der Gesellschaft ein Stück weiter. Dieses Zusammenleben mit allen Unterschieden – Geschlecht, Sprache, Religion, Nationalität oder Kultur - zu unterstützen, ist für mich eine der Hauptmissionen von neimënster, wo auch eine Plattform geboten wird, um im Respekt der Menschenrechte über diese Themen zu diskutieren.   

Man muss die Leute immer wieder aufeinander zubewegen, komplett von allein geht das eher selten, und wenn sie noch so offen sind. Es müssen immer wieder Anstrengungen unternommen werden, um Plattformen zu schaffen, wo sich die Menschen begegnen und austauschen können. Deshalb ist die Arbeit, die in Kulturzentren und überhaupt von allen Kulturakteuren und Künstlern geleistet wird, von unschätzbarem Wert. Letzten Endes kommt dies auch der Politik zugute, indem nämlich zur Entwicklung der politischen Kultur beigetragen wird. Das gegenseitige Verständnis kann gefördert werden. Themen können anders aufgegriffen und auf kreative, künstlerische Weise verarbeitet und veranschaulicht werden, wie etwa die Problematik rund um die Migration. Die Kultur kann diesbezüglich unglaublich viele Denkanstöße bieten, die dann wiederum politisch aufgegriffen und weitergeführt werden können.“