LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Ironisch oder grotesk, politisch oder hypnotisch: Vier neue Schauen im Mudam

Viel neues optisches und akustisches Futter, das die grauen Zellen ganz schön in Schwung schubst, gibt es ab heute im Mudam zu sehen. Das Museum für zeitgenössische Kunst öffnet gleich vier neue Ausstellungen.

Mit „Hard to Picture - A Tribute to Ad Reinhardt“ setzt das Mudam bis zum 21. Januar dem bisher größtenteils unerforschten illustratorischen Werk des US-amerikanischen Karikaturisten und Kunsttheoretikers Ad Reinhardt ein kleines Denkmal. Der abstrakte Maler (1913-1967) wurde mit teilweise sehr bissigen und politischen, aber auch mit lockeren kunsttheoretischen Art-Comics bekannt, von denen das Museum Originale und Vergrößerungen zeigt. Zudem sind Werke von zeitgenössischen Künstlern ausgestellt, die in ihrer Kunst auf Reinhardts Erbe verweisen.

Nicht weniger intelligent, wenngleich deutlich grotesker und schauriger geht es in den expressionistisch anmutenden Videos von Mary Reid Kelley zu. An voran der Film „This is Offal“, der vom Suizid einer junger Frau erzählt: In der Leichenhalle beginnen ihre Organe zu sprechen und schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Kelleys Werke sind bis zum 10. September zu sehen, genauso wie die Schau „Double Coding“ aus der Sammlung des Mudam. Darin beschäftigen sich neun Künstler mit aktuellen oder geschichtlichen Ereignissen: Sei es slowakische Filmzensur, einem Erdbeben in Mexiko oder die Entdeckung der Neuen Welt durch Kolumbus. Ironie sowie Kritik an Banalität und Lüge inklusive.

Wer Videoinstallationen und Gemälde zur Trance des Alltags sehen möchte, hat bis zum bis 3. September Zeit, sich die Ausstellung „Psychic. Martin Eder“ anzusehen. Der Künstler und Hypnotiseur hinterfragt Religion und Spiritualität.


Weitere Infos unter www.mudam.lu