LUXEMBURG
SIMON LAROSCHE

Joëlle Daubenfeld, Gewinnerin bei der RTL-Sendung „Generation Art“,stellt zum ersten Mal in einer Galerie aus

Umweltverschmutzung, Massenkonsum, politisches Chaos, Ungerechtigkeit. Die Welt hat auch im 21. Jahrhundert noch reichlich gesellschaftliche Probleme. Die Luxemburger Künstlerin Joëlle Daubenfeld setzt sich in ihrer Werken mit diesen Themen auseinander, ihre Installationen und Bilder dazu werden ab dem 23. Februar, also ab nächsten Samstag, in der Galerie Miltgen in Luxemburg-Stadt für moderne Kunst zu bewundern sein. Die Ausstellung, die sich „Welcome to strange paradise“ nennt, ist ihre erste überhaupt.

Erst vor kurzem ist die 29-Jährige ins öffentliche Rampenlicht gerückt, nachdem die Jury der RTL-Fernsehsendung „Generation Art“ sie zur Gewinnerin kürte. Einer der Juroren war der Kunstkenner Michel Miltgen von der gleichnamigen Galerie, er organisierte prompt eine Ausstellung für die gebürtige Centserin. „Bei Welcome to strange Paradise werden alle meine Kunstwerke zu betrachten sein, die auch schon in der RTL-Show zu sehen waren“, erklärte Daubenfeld vor einigen Tagen, als sie dem „Journal“ ein kleines Sneak Preview in der Galerie gewährte, „dazu habe ich noch einige neuere Gemälde mitgebracht.“

Die allgegenwärtige Wegwerf-Kultur ist ein weiteres Problem der heutigen Gesellschaft, welches Daubenfeld auf die Tapete bringt, in diesem Fall wortwörtlich. „Ich benutze für meine Installationen viel wiederverwendbares Material, da ich den Massenkonsum boykottieren möchte und nicht verstehe, warum Leute solche Sachen wegwerfen.

Zum Beispiel habe ich alte Neonröhren zu neuem Leben erweckt, aus alten Audio-Kassetten eine Lampe geschaffen oder aus Holz vom Recycling-Center einen Stuhl gebastelt.“ Second-Hand Shops sind zusätzliche Orte für ihre Inspiration. Wie Daubenfeld selbst erklärt, beruht ihre Kunst ebenfalls auf Spontanität: „Manchmal kommen mir die besten Ideen, wenn ich über dem Arbeiten etwas infrage stelle. Beim Wegnehmen oder Umbauen merke ich dann, dass das Werk in dieser Form eigentlich viel besser aussieht.“ In dieser Ausstellung werden sämtliche Kunstwerke von Daubenfeld zu betrachten sein, die auch schon in der RTL-Show zu sehen waren, zwei Filme ausgenommen.

Dazu bringt die lebensfreudige Künstlerin auch noch einige neuere Gemälde mit. Passend zum Leitmotiv der Ausstellung werden im oberen Stockwerk der Galerie zwei dystopische Filme in Endlosschleife laufen: Fritz Langs Stummfilm „Metropolis“ aus dem Jahre 1927 und Terry Gilliams 1985 erschienenes Werk „Brazil“.

Die Vernissage ist am Samstag, 23. Februar, ab 14.30 in der Galerie Miltgen auf 32, rue Beaumont in Luxemburg-Stadt. Für die Musik wird DJ Mike Tock verantwortlich sein. Auch gut.