LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Neue Installation in „CeCiL’s Box“: „Images éoliennes“ von Daniel Wagener

Wenn man in Gedanken ist, läuft man glatt daran vorbei. Dabei lohnt es sich, kurz - oder weniger kurz - vor der „CeCiL’s Box“ stehen zu bleiben. Dieses Projekt des „Cercle Cité“ in der Oberstadt bringt Künstler und ihre Kunst in den öffentlichen Raum, also direkt vor die Nase der Passanten. „CeCiL’s Box“ ist ein Schaufenster, das alle drei Monate einem anderen Künstler zur Verfügung gestellt wird, dies mit dem Auftrag, es kreativ und originell zu „füllen“. Christophe Peiffer war von Juli bis Oktober 2015 der erste Künstler, dem diese Gelegenheit geboten wurde, Daniel Wagener ist nun schon der siebte. Seine Installation „Images éoliennes“ bleibt bis zum 11. Juni in der „Box“. Dort haben wir ihn getroffen und uns sein Werk erklären lassen.

Erfahrung hat der junge Luxemburger, der in Brüssel lebt und arbeitet, bereits in mehreren Bereichen gesammelt. „Eigentlich bin ich gelernter Grafiker und Fotograf. Ich war aber auch schon öfter als Szenograf für das Theater tätig. Momentan arbeite ich als Drucker in einer Druckerei“, erzählt er. Für „CeCiL’s Box“ wollte Wagener, der bereits im In- und Ausland ausgestellt hat (unter anderem im „Cercle Cité), eine Installation machen, wie es sich für ein Schaufenster anbiete, und demnach „nicht nur einfach Fotos reinsetzen“. „Ich mag es, Dinge zu erforschen und auszuprobieren, also mit neuen Techniken zu spielen“, fügt er hinzu.

Spielerische Herangehensweise

„CeCiL’s Box“ sieht er als tolle Möglichkeit, sich einem etwas breiteren Publikum zu zeigen. „Das Projekt hat mich alleine schon wegen seiner Dauer von immerhin drei Monaten interessiert. Tag und Nacht läuft die Installation, sichtbar für jeden, der daran vorbeiläuft. Aus diesem Grund wollte ich auch nicht etwas zeigen, was nicht zugänglich ist, sondern etwas Spielerisches, was sich auch Kinder anschauen können und wozu sich jeder seine Fragen stellen kann“, erklärt er. Steckt also ein bestimmter künstlerischer Gedanken dahinter? „Nicht direkt. Mir hat es einfach Spaß gemacht, die Installation zu realisieren. Es steckt ein bisschen von allem drin, was mich so interessiert: Fotografie, Maschinen, technische Spielereien… Dass es Spaß macht, ist mir immer wichtig. Gerade bei Installationen finde ich den spielerischen Faktor nicht unwesentlich“, meint er.

Ein Föhn, drei Windmühlen, drei Monitore

Angetrieben wird die Installation „Images éoliennes“ von einem herkömmlichen Föhn. „Dieser wird wiederum durch einen Mikrocontroller gesteuert, der willkürlich hin und her läuft, sodass der Haartrockner abwechselnd auf kleine Windmühlen bläst und diese zum Drehen bringt. Pro Umdrehung werden zwei Bilder auf einem der drei Bildschirme gezeigt. Imitiert wird an sich die Funktionsweise eines Videoprojektors“, schildert er. Die Bildfragmente stammen übrigens aus YouTube-Videos. Zu sehen sind etwa Synchronschwimmer und Teilnehmer einer Militärparade. Ihre synchrone, unnatürliche Bewegung habe ihn interessiert, so der Künstler.

Eine konkrete Idee habe er im Vorfeld eigentlich nicht gehabt. „Ich habe die drei Studiomonitore aus den 90er Jahren gekauft, weil ich sie so schön fand. Damals kosteten die extrem viel, heute bekommt man sie für wenig Geld. Der Ausgangspunkt war ganz einfach, dass ich etwas mit diesen Bildschirmen machen wollte, alles andere hat sich dann ergeben. Wenn ich erst einmal darüber nachdenke, läuft bei mir nicht viel. Ich spiele immer zuerst, bis ich dann in einen gewissen Rhythmus und die Arbeit komme. So arbeite ich mich in die Materie hinein. In diesem Fall war das die Programmierung. Davon hätte ich vielleicht die Finger gelassen, wenn ich mir im Vorfeld Gedanken darüber gemacht hätte, wie kompliziert das im Endeffekt sein würde“, sagt er und lacht. Ohne die Unterstützung eines Elektrotechnikers aus seinem Freundeskreis wäre es kaum möglich gewesen, gibt er zu. „Man kann ja auch nicht alles können“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.