LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

LCGB-Nationalpräsident Patrick Dury wiedergewählt - Gewerkschaft setzt auf Dienstleistung

Patrick Dury bleibt Nationalpräsident des Christlichen Gewerkschaftsbundes LCGB. Auf ihrem 59. Nationalkongress am Samstag in Mondorf stimmten 94,4 Prozent der Delegierten für Dury, einziger Kandidat auf dem Posten an der Spitze des LCGB. Demnach unterstützten 268 Delegierte Dury, 16 waren dagegen.

In seiner Grundsatzrede zeichnete der Nationalpräsident die wirtschaftliche Entwicklung des Landes nach und ging dabei insbesondere auf die wachsende Arbeitslosigkeit ein. Die Jugendarbeitslosigkeit und die Wiederbeschäftigung von Über-45-Jährigen seien anhaltende Probleme. Es sei ein „Kunststück“, dass jedes Jahr neue Arbeitsplätze entstünden, die Arbeitslosenrate gleichzeitig aber zunehme. Dury forderte ein Geschäftsmodell, das nicht länger auf einer reinen Nischenpolitik oder auf Spekulationen beruhen dürfe. „Mir fuerderen eng Entwëcklung an der reeller Economie“, sagte Dury. Die virtuelle habe sich viel zu oft als Fata Morgana herausgestellt.

Was die Zukunft des Sozialmodells angeht, war es der Aufruf, dass man keine Mehrklassengesellschaft bei den Renten, der Kranken- und der Pflegeversicherung zulassen dürfe. Das luxemburgische Sozialmodell dürfe niemanden zurücklassen, darauf müsse man in Zukunft viel stärker achten.

Aufforderung an die Regierung,die Tripartite wieder zu beleben

Der Kongress in Mondorf fand einen Tag nach der Einigung zwischen Vertretern von OGBL, LCGB und CGFP und der Regierung über die Änderungen am „Zukunftspak“ statt. Dury gab sich am Samstag zufrieden über den Kompromiss. Gewerkschaften und Regierung hatten am Vortag unter anderem einen Freibetrag in Höhe des Mindestlohns für die 0,5-Prozent-Steuer vereinbart. Allerdings stehe jetzt auch die Arbeitgeberseite in der Verantwortung, insbesondere in der Beschäftigungspolitik. Jungen Menschen mit geringen Qualifikationen sollte die Chance ermöglicht werden,, sich zu beweisen. Weiterbildung müsse insgesamt einen höheren Stellenwert bekommen, um den Veränderungen in der Arbeitswelt, zum Beispiel durch die Informations- und Kommunikationstechnologien, die Automatisierung oder die Auslagerung von Aktivitäten, zu begegnen. Dury sprach sich gegen das Modell einer „Verdrängungsgesellschaft“ aus, in der hingenommen werde, dass „Einzelne in dieser Gesellschaft und ihrer Arbeitswelt durch ein soziales Netz fallen“. Neben den nötigen Mitteln für die Weiterbildung müsse „das solidarische und soziale Element in unserer Wirtschaft gestärkt werden“. Deshalb fordert der LCGB die Regierung auf, die Tripartite wieder zu beleben. „Mir bleiwen dobäi, mir verlaangen d’Aberuffe vun enger nationaler Tripartite, fir d’Problemer hei am Land ze meeschteren“, sagte Dury.

Gefordert seien die Arbeitgeber auch, damit mehr Teilzeitarbeitsplätze entstehen, aber auch ein Anrecht auf solche Stellen, um der Tatsache, dass heute oft beide Partner berufstätig sind, stärker Rechnung zu tragen.

Was die Zukunft des LCGB angeht, will die Gewerkschaft ihr Dienstleistungsangebot ausbauen. Zum Beispiel will der LCGB seine Mitglieder künftig in Sachen „Formation Continue“ beraten oder ein Berufscoaching einführen.