GREVENMACHER
TESS BURTON

Die LSAP-Abgeordnete Tess Burton plädiert für klare Regelungen in dem Bereich

Tess Burton, die ihre zweite Legislaturperiode als sozialistische Abgeordnete für den Bezirk Osten angetreten hat, kennt das Problem der Ladenöffnungszeiten aus eigener Erfahrung. Die junge Unternehmerin, die einen Verlag leitet und auch einen Laden betreibt, ist auch Vorsitzende des Geschäftsverbandes ihrer Heimatstadt Grevenmacher. Sie kennt die Sorgen und Nöte des Handels.

„Die Debatte um die Öffnung eines Geschäfts in Belval am ersten Weihnachtstag hat gezeigt, dass in Sachen Ladenöffnungszeiten noch einiges zu tun ist. Es stellen sich eine ganze Reihe von Fragen für den Handel, welche Bedürfnisse hat der Konsument aber vor allem auch, was kann man dem Arbeitnehmer zumuten.

Im Koalitionsabkommen wurde das Thema Geschäftszeiten klar angesprochen. Die Öffnungszeiten sollen einerseits flexibler auf die Bedürfnisse des Handels abgestimmt werden, andererseits muss das Gewirr aus Sonder- und Ausnahmeregelungen, die bisher gelten, durch eine einheitliche und vor allem allgemein verständliche Lösung abgelöst werden. Nicht zuletzt weil es auch von der Justiz gefordert wurde.

In der vergangenen Legislaturperiode kam es noch nicht zu einer umfassenden Reform. Von der Regierung wurde eine Studie über die Arbeitsbedingungen im Handel in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse seit einigen Monaten vorliegen. Die Zustimmung zur Sonntagsarbeit und zu verlängerten Öffnungszeiten im Handel ist dem Vernehmen nach besonders bei den Arbeitnehmern nicht sonderlich groß.

Strittig oder besser gesagt unklar ist die derzeit gültige Feiertagsregelung. Man kann natürlich darüber nachdenken, ob man das Öffnen von Geschäften an verschiedenen oder auch allen Feiertagen verbieten will.

Auch die Arbeitsbedingungen an Feiertagen, die nicht gesetzlich geregelt sind, müssen überarbeitet werden. Ostersonntag und Pfingstsonntag sind keine gesetzlichen Feiertage, allerdings fallen diese beiden Tage alljährlich auf einen Sonntag. Dies bedeutet, dass derjenige, der zum Beispiel Ostern arbeitet, nur den Zuschlag für Sonntagsarbeit, keineswegs den höheren Feiertagszuschlag erhält.

Auch gab es in der Vergangenheit eine Diskussion, ob die Bäckereien nach derzeit gültiger Regelung durch die geltenden Ladenöffnungszeiten einen Nachteil gegenüber den lange offenen Tankstellen und deren Backautomaten haben. Auch für dieses Problem muss es in Zukunft eine Regelung geben.

Ziemlich unverständlich ist das derzeitige Modell der ‚touristischen Städte‘. Was nichts anderes heißt, als dass in Städten, in die Touristen in großer Zahl kommen, Geschäfte sonntags öffnen dürfen. Zum Beispiel darf der Handel in Grevenmacher, Remich oder Echternach an Sonntagen öffnen. Die Geschäfte in der Stadt Luxemburg, wo es zweifelsohne die meisten Touristen gibt, fallen nicht unter diese Sonderregelung.

Es besteht somit Handlungsbedarf, um klare Reglungen zu den Ladenöffnungszeiten im Handel zu definieren, damit der Handel in Luxemburg in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt, und dies nicht alleine auf Kosten der Arbeitnehmer, denn in all diesem Gewirr darf man das nicht vergessen, und das sind die Mitarbeiter, ohne die kein Laden seine Türen öffnen könnte...

Fazit: Wir haben viel Arbeit vor uns…“