SCHIFFLINGEN
SIMON LAROSCHE

Pierre Weimerskirch, 23, nimmt am kommenden Sonntag am Marathon von Rotterdam teil - eine erhebliche Herausforderung vor dem ING-Marathon am 8. Juni

In diesem spätwinterlichen Frühling läuft Pierre Weimerskirch durch ein Stück Wald im Minett. Der junge Schifflinger hat, sportlich gesehen, viel vor in nächster Zeit. An diesem Sonntag wird er nämlich beim Rotterdam-Marathon an den Start gehen, acht Wochen will er dann beim ING-Night Marathon in Luxemburgs Hauptstadt die halbe Distanz laufen. Für dieses bevorstehende Programm gilt es sich richtig vorzubereiten, um in Topform zu sein, wenn an diesen beiden Tagen der Startschuss fällt. Der Athlet des CA Schifflingen arbeitet seit einigen Jahren unter der Leitung des erfahrenen Schweizer Fitnesstrainers Yves Göldi. „Ich versuche mich rigoros an dieses Programm zu halten, was allerdings manchmal nicht ganz einfach ist, da ich nebenbei in Trier noch Medien- und Politikwissenschaften studiere und die Uni für mich stets Vorrang hat. Dafür hat mein Trainer auch Verständnis,“ erklärt Weimerskirch. Kann er an einem Tag nicht trainieren, ändert Göldi das Programm dementsprechend um.

Trainer-Tipp von Nancy Kemp-Arendt

Den Tipp zur Zusammenarbeit mit Göldi gab ihm übrigens die frühere luxemburgische Olympia-Triathletin Nancy Kemp-Arendt, die damals ebenfalls vom Schweizer Trainer betreut wurde. Die heutige Abgeordnete ist mit der Familie Weimerskirch befreundet und machte Pierre mit Göldi bekannt. Sein momentanes Marathon-Training sieht pro Woche 110 bis 140 Kilometer laufen vor, manchmal sind das 40 bis 50 Minuten am Tag, ein anderes Mal zweieinhalb Stunden. Aber warum läuft ein Masters-Student eigentlich scheinbar zermürbende Marathons und Semi-Marathons und geht nicht einfach locker joggen? „Ich finde es ist wichtig im Leben Ziele zu haben, die man dann zu erreichen versucht“, erläutert Weimerskirch, „die Rennen sind für mich Gelegenheiten, um meine körperliche Grenzen zu erforschen. Darüber hinaus ist Lauftraining auch ein Ausgleich zu meinen Studien. habe ich den Kopf frei und höre unterwegs Musik.“

Eigentlich ist Weimerskirch noch ein Neuling des Laufsports. Erst vor fünf Jahren trat er dem CA Schifflingen bei, davor ist er lieber Rad gefahren.
Dritter unter Tausenden beim ersten Marathon

Was die langen Distanzen angeht, ist erst im September des vergangenen Jahres in Straßburg seinen ersten Marathon gelaufen. Hier wurde der 23-Jährige - mit einer Zeit von zwei Stunden 39 Minuten und 54 Sekunden - auf Anhieb Dritter von Tausenden Teilnehmern, auch wenn er bescheiden unterstreicht, dass keine Ostafrikaner mitgelaufen seien. „Diese Leistung gab mir die Motivation, mich fortan auf die Marathon-Distanz zu konzentrieren“, erzählt Weimerskirch. Seine Bestzeit auf der Semi-Marathon Distanz lief er vor kurzem beim Nordstad-Semi in Diekirch, eine Stunde 12 Minuten und 16 Sekunden, womit er Zweiter wurde.

Neben dem flachen Streckenverlauf reizt ihn am Rotterdam-Marathon an diesem Sonntag auch die starke Konkurrenz. „Ich bin mir bewusst, dass unter den rund 10.000 Teilnehmern des Rennens auch viele gute Läufer dabei sein werden. Es ist eine Herausforderung sich gegen die behaupten zu können.“ Ein ganz konkretes Ziel hat der selbstbewusste Jugendliche in der niederländischen Hafenstadt auch: Seine Bestzeit von Zwei Stunden und 35 Minuten will er knacken. Das könne aber nur klappen, wenn es am Tag des Rennens nicht zu kalt in Rotterdam sei, meint er. Auf solche Wetterkapriolen hat Weimerskirch leider keinen Einfluss, vorbereitet wird er aber allemal sein. Am 8. Juni wird er dann beim ING Night Marathon nur die halbe Distanz laufen, weil dieses Rennen zu dicht auf den Rotterdam-Marathon folgt. Das wird seine fünfte Teilnahme am Luxemburger Rennen sein, drei Mal wurde er im Semi-Marathon Dritter. Dieses Jahr will er noch eins drauflegen