HESPERINGEN
PATRICK WELTER

Innenministerin Taina Bofferding auf Sommertour durch verschiedene Rettungszentren des CGDIS - Hesperingen ist seit dem 1. Juli neuer SAMU-Standort

Wie läuft es denn so vor Ort?“ So lautete die zentrale Frage, die Innenministerin Taina Bofferding mit einer zweitägigen Sommertour durch verschiedene Einsatzzentren des großherzoglichen Rettungskorps CGDIS beantwortet wissen wollte. Wobei nicht nur Einsatzzentren, sondern auch Spezialeinheiten auf der Besuchsliste standen, wie die Hundestaffel in Altwies.

Das gestrige Besuchsprogramm führte die Ministerin zunächst nach Hesperingen, dann nach Junglinster und Flaxweiler, später noch nach Remich und zu einer Tour mit einem Rettungsboot des CGDIS im Schwebsinger Hafen.

Vierter SAMU-Stützpunkt

Das CIS Hesperingen stand aus mehreren Gründen auf der Besuchsliste. Der wichtigste ist sicherlich die Einrichtung eines 4. SAMU-Stützpunktes seit dem 1. Juli in Hesperingen, dann gehört das Gebäude zu den modernsten Feuerwachen im Land, da sie erst vor einem Jahr ihrer Bestimmung übergegeben wurde. Außerdem funktioniert die Zusammenarbeit von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Rettungskräften ohne Reibungsverluste.

Die landesweit vierte Notarztstation nach Esch, Luxemburg-Kirchberg und Ettelbrück, ist an sieben Tagen der Woche von 6.00 bis 22.00 mit einem Notfallmediziner, in der Regel einem Anästhesisten, und zwei Rettungssanitätern - im Schichtdienst - besetzt.

Das CGDIS kann landesweit auf 75 Notfallmediziner zurückgreifen. Dazu zählt auch der medizinische Direktor des CGDIS, Dr. Pascal Stammet, er macht vier Notfalldienste im Monat. „Das war meine Bedingung, um die Stelle (als Direktor) anzunehmen!“, meinte er dem „Journal“ gegenüber. Die Einsätze erfolgen in Luxemburg nach dem sogenannten Rendezvous-System, bei dem der Notarzt mit einem eigenen Wagen schnellstmöglich zum Patienten gebracht wird. Der Ambulanzwagen fährt unabhängig zur Einsatzstelle.

Die Mehrheit der Einsätze ist internistischer Natur, also wegen Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, Unfälle sind in der Minderheit. Laut Dr. Stammet kommen dabei zwei Faktoren zusammen: Die Alterung der Gesellschaft und die zunehmende Sicherheit der Autos.

Ob ein SAMU-Notarzt oder nur eine Ambulanz eingesetzt werden, und ob im Falle eines Falles der Notarzt per Pkw oder Helikopter zum Patienten transportiert wird, entscheide sich in der Einsatzzentrale 112 aufgrund eines detaillierten Fragenkatalogs des Diensthabenden und einer Analyse durch ein entsprechendes Computerprogramm, dass auch Faktoren wie die Entfernung mit einkalkuliert. Seit dem 1. Juli laufen alle Notrufe und das Dispatching für SAMU und Hubschrauber über die 112.

CIS Hesperingen: Ständige Einsatzbereitschaft

Der Chef des Korps in Hesperingen, Jean Stein, informierte Ministerin Bofferding umfassend über die Arbeit seines Teams, das aus drei hauptamtlichen und 50 ehrenamtlichen Feuerwehrmännern und -frauen besteht - ohne die Besatzung des Notarztwagens. Im letzten Jahr habe man 780 Einsätze absolviert, rund 400 davon als „First Responder“, 300 technische Einsätze und 85 mal sei man zu Bränden ausgerückt. Er betonte, dass die eigentliche Rettungsarbeit zu 100 Prozent von den freiwilligen Mitgliedern des Korps geleistet wird.

Dr. Stammet sprach gegenüber der Ministerin von den ersten Erfahrungen mit dem neuen SAMU-Standort, in den ersten drei Wochen seit dem 1. Juli hätten die Rettungsmediziner bereits 120 Einsätze geleistet, die Zusammenarbeit mit dem CIS Hesperingen funktioniere reibungslos. Die Entscheidung für diesen Standort sei richtig gewesen.

Bei einem Rundgang informierte sich die Ministerin umfassend über Systematik und Ausstattung des Einsatzzentrums.

Im Gespräch mit dem „Journal“ erläuterte CGDIS-Generaldirektor Paul Schroeder, dass ein Einsatzzentrum wie Hesperingen, das zur Kategorie II gehört, binnen kürzester Zeit einen Erstangriffstrupp von acht Mann mit einem Löschfahrzeug bereitstellen muss. Das Einsatzzentrum Hesperingen gehöre zu den modernsten seiner Art, das auch die vielen kleinen Anforderungen erfülle, auf die man früher nicht unbedingt geachtet habe.