LUXEMBURG
MARCO MENG

IWF-Chefin sieht jüngste Kurseinbrüche an Börsen gelassen

Christine Lagarde, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), bezeichnete laut französischer Nachrichtenagentur AFP die jüngsten Kursrutsche an den Börsen als „notwendige Korrekturen“ an. Vor allem an der New Yorker Wall Street war es letzte Woche bergab gegangen, was die globalen Finanzmärkte in Mitleidenshaft zog.

„Die Marktschwankungen, die wir in den letzten Tagen beobachten konnten, beunruhigen mich nicht“, zitiert AFP Lagarde, die am Sonntag auf dem „World Government Summit“ in Dubai weilte.

„Für uns sind diese Bewegungen eindeutig notwendige Marktkorrekturen“, fügte die IWF-Direktorin hinzu. „Ich werde mich nicht auf das konzentrieren, was in den letzten Tagen passiert ist, sondern auf die Notwendigkeit von Veränderungen.“

Furcht vor Zinserhöhung lässt Kurse purzeln

Vor allem Befürchtungen von deutlichen Zinserhöhungen in den USA ließen dort die Börsenkurse fallen. Die meisten Beobachter blieben jedoch optimistisch angesichts der guten Verfassung der Weltwirtschaften. Für den US-Leitkurs Dow Jones war es die schlechteste Woche seit zwei Jahren. Doch Lagarde betonte, sie sei davon unbeeindruckt.

„Von einem Tag auf den anderen gab es ziemlich viel Marktvolatilität, besonders unter der Führung der USA“, sagte sie. „Aber wenn man die Marktbewertungen von vor einer Woche vergleicht, gab es eine Marktkorrektur von irgendwo zwischen sechs und neun Prozent. Was, ehrlich gesagt, angesichts der sehr hohen Vermögenspreise, aus unserer Sicht eine willkommene Korrektur ist“, zitiert der US-Wirtschaftssender CNBC.

Finanzanalysten warnen schon lange davor, dass der steigende Aktienmarkt des vergangenen Jahres aufgrund der stark überbewerteten Kurse irgendwann zu einer Korrektur kommen werde - Experten sind nun geteilter Meinung, ob der Markt die Talsohle erreicht hat oder ob es noch weiter nach unten gehen wird.

Die IWF-Chefin betont, dass Fundamentaldaten wie die globalen BIP-Wachstumsraten und Unternehmensgewinne immer noch stark seien, was die Realwirtschaft oder die Fähigkeit der Länder nicht weiter beeinflussen würde zu wachsen. „So geschehen Korrekturen, sie sollten passieren, und dort sehen wir es.“