ETTELBRÜCK
PATRICK WELTER

Die „Foire Agricole in Ettelbrück“ ist wieder mal ein Publikumsmagnet

Ob Traktoren in der Größe eines veritablen Panzers, sanfte Esel, scharfe Messer, technische Gerätschaften von denen der Laie nicht einmal ahnt, wozu sie nutze sind, natürlich Kühe in vielen Rassen und Farben, heiße Würste, frische Brote, kleine Tiere, große Tiere, Bio-Käse, heimischer Wein und natürlich Téi vom Séi - die „Foire Agricole in Ettelbrück“ beeindruckt zuerst durch ihre Vielfalt, dann durch ihre schiere Größe. Dort ist Platz für 300 Austeller, außerdem umfasst das Programm der „Foire Agricole“ rund 110 verschiedene Programmpunkte an nur drei Tagen. Selbst die politische Prominenz geht da leicht verloren.

Die feierliche Eröffnung fand an einem angemessenen Platz statt, an einer großen Reitmanege, wurde aber vom breiten Publikum nicht mal richtig wahrgenommen. Die Bedeutung der Messe war aber daran zu erkennen, dass neben den beiden „Gastgebern“ Ettelbrücks Bürgermeister Jean-Paul Schaaf und Landwirtschaftsminister Fernand Etgen, auch Umweltministerin Carole Dieschbourg und Wohnungsbauminister Marc Hansen und Oppositionsführer Claude Wiseler und viele andere Parlamentsabgeordnete an der Eröffnung teilnahmen.

Camargue-Pferde als Ehrengäste

Die Reitmanege ist auch der Platz für die Gaststars der „Foire Agricole“ - Pferde aus der Camargue. Reitershows mit diesen Pferden gehören zu den Höhepunkten der Messe. Es sind kluge, sehr stark an ihre Herde orientierte Pferde, die in ihrer Heimat immer noch zu den echten Arbeitstieren gehören. Während der „Foire Agricole Ettelbrück“ zeigen 40 reinrassige Camargue-Pferde aus den besten Gestüten, was sie können: Zum Einsatz kommen Showhengste, Arbeitswallache, Stuten und Fohlen bei der täglichen Arbeit, beim Spiel und in höchster Reitkunst.

Natürlich geht es bei einer Leitmesse wie der „Foire Agricole“ auch um Landwirtschaftspolitik. Gegenüber dem „Journal“ erklärte Landwirtschaftsminister Fernand Etgen, dass die Messe in Ettelbrück eine der wenigen Gelegenheiten sei, wo sich Produzenten und Konsumenten direkt gegenüberstehen. Was für die Transparenz wichtig sei, denn die Nachverfolgbarkeit der Produktionskette - vom Feld bis zum Teller - erlange im Lebensmittel eine immer größere Bedeutung. Die „Foire Agricole“ zeige dem Publikum auch die hohe Diversifizierung der luxemburgischen Landwirtschaft, merkte Minister Etgen nicht ohne Stolz an.

Etgen meinte aber auch sehr nachdenklich: „Die Zukunft bringt für die Landwirtschaft große Herausforderungem, die Bauern merken den Klimawandel als erstes. Die Jahre mit extremen Wetterlagen werden in Zukunft eher die Regel als die Ausnahme sein!“

…und wer hängt mehr vom Wetter ab als die Landwirte?


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