LUXEMBURG
LJ

Gestern gingen die Sozialwahlen über die Bühne - Hunderttausende im Einsatz

Es sind die größten Wahlen in Luxemburg mit nahezu 526.500 Wahlberechtigten, die die Zusammensetzung der Arbeitnehmerkammer bestimmen dürfen und an die 320.000 in den über 3.800 Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern, die ihre Personalvertreter und deren Ersatzleute küren: Die im Prinzip alle fünf Jahre stattfindenden Sozialwahlen, die gestern über die Bühne gingen.

Tatsächlich fanden gestern die Urnengänge innerhalb Tausender Betrieben statt - allerdings nicht in jedem auf der Liste, da keine Wahloperation stattfand, wenn die Anzahl der Kandidaten und ihrer Vertreter die Zahl der zu vergebenden Mandate nicht überstieg - während das Wahlbüro für die „Chambre des Salariés“-Wahlen mit der Öffnung und Zählung der Wahlbriefe und -zettel begann, die ab Anfang Februar an die Wahlberechtigten im In- und Ausland verschickt wurden.

Definitive Resultate für die CSL-Wahlen am 30. März

Das definitive Resultat der Wahl der 60 CSL-Mitglieder in neun Berufsgruppen sowie ihrer Vertreter dürfte erst am 30. März bekannt werden. Der OGBL hält derzeit mit 38 Sitzen die absolute Mehrheit im „Parlament“ der Arbeitnehmer, das unter anderem Gutachten zu Gesetztexten verfasst und somit ein gewisses Gewicht im Gesetzgebungsverfahren besitzt. Tausende Kandidaten gingen bei den Betriebsratswahlen ins Rennen. Ab einer Belegschaft von 100 Mitarbeitern musste nach dem Listenwahlsystem gewählt werden, in manchen größeren Unternehmen fanden so echte Wahlkampagnen statt.

Tausende Kandidaten

Die großen Gewerkschaften haben darüber hinaus eine nationale Kampagne geführt, während der sie allgemein zur Wahlbeteiligung aufriefen und die Zukunft der Arbeit im Zeitalter der Digitalisierung zu thematisieren versuchten. Allein der OGBL schickte 5.120 Kandidaten in 710 Unternehmen für die Betriebsratswahlen ins Rennen, beim LCGB waren es 3.750 in 456 Unternehmen, bei der ALEBA 960 in 116 Betrieben. Gespannt wartete man in den Gewerkschaftzentralen ab gestern Nachmittag auf die Ergebnisse der Urnengänge.

Der OGBL hatte nach Esch-Alzette in die „Maison du Peuple“ geladen, der LCGB in sein Hauptquartier im hauptstädtischen Bahnhofsviertel. Wie auch der LCGB setzte der OGBL die Ergebnisse der Abstimmungen umgehend online, die aus den Unternehmen mitgeteilt wurden. Die offiziellen Resultate gab die Gewerbeinspektion erst kurz nach Mitternacht bekannt. Neu war bei diesen Sozialwahlen bekanntlich, dass die Unternehmen einen Teil der Wahlvorgänge über die Myguichet.lu-Plattform abwickeln mussten, was es der ITM nicht zuletzt ermöglichte, die Resultate schnell zu verarbeiten und zu kontrollieren.