LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

„Printemps des poètes“ vom 15. bis 17. März in Luxemburg wartet mit ein paar Neuheiten auf

Unter Federführung des damaligen Kulturministers Jack Lang wurde 1999 erstmals in Frankreich der „Printemps des poètes“ ausgerufen und anschließend von dem Poeten und Dramaturgen Jean-Pierre Siméon als künstlerischer Leiter weitergeführt. Nach dem Vorbild des großen Poesie-Fests in Frankreich wird die Veranstaltung seit 2008 auch diesseits der Grenzen organisiert. Der Vereinigung „Printemps des poètes - Luxembourg“ (PPL) inspiriert sich zwar am französischen Vorbild, bietet aber ein davon komplett losgelöstes Event. Im Mittelpunkt steht die zeitgenössische Poesie in ihrer ganzen Vielfalt. Erreicht werden soll ein Publikum jeden Alters.

Jedes Jahr etwas Neues

Die zwölfte Auflage des „Printemps des poètes“ wird am 15. März eingeläutet, und wie fast jedes Jahr wartet sie auch diesmal mit ein paar Neuheiten auf. So findet etwa die Eröffnungsveranstaltung am Freitagabend an einem neuen Ort statt: Im „Luxembourg Learning Center“ der Universität in Belval werden ab 19.30 fünf Poeten ihre Werke vortragen. Außerdem werden die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs „Jeune Printemps“ ihre Gedichte zum Besten geben.

Apropos Wettbewerb, auch hier gibt es eine Neuerung: Nachdem im letzten Jahr bereits eine gesonderte Kategorie für Studenten und Studentinnen der Universität hinzukam, wurde diesmal noch eine weitere geschaffen, die Erwachsenen vorbehalten ist, die bislang noch nichts veröffentlicht haben. Elf Erwachsene und sieben Akademiker haben ihre Werke in diesen beiden Kategorien eingereicht.

190 Gedichte von 112 Teilnehmern

„Poesie soll für jeden zugänglich sein“, unterstrich Bruno Theret, Präsident des PPL, am Montag bei der Programmvorstellung der diesjährigen Auflage, die unter dem Thema „Beauté“ steht. Dies ist indes gleichzeitig auch das Leitthema, mit dem sich die Dichter in ihren jeweiligen Wettbewerbsbeiträgen befassen sollten. Die Jury wird es nicht leicht haben, immerhin sind 190 Gedichte von 112 Teilnehmern bei ihr eingegangen. Dass die Zahl der jungen Teilnehmer diesmal so hoch sei, hänge damit zusammen, dass mehr Lyzeen - Clerf, Diekirch und Echternach etwa - beteiligt seien und es somit zu einer „territorialen Ausdehnung“ gekommen sei, erklärte Theret.

Viele junge Talente

156 Beiträge kamen aus den Lyzeen, weit mehr als bei den vorherigen Ausgaben. Florent Toniello, künstlerischer Leiter des PPL, sprach von einem außergewöhnlichen Jahr im Jugendbereich. Jury-Präsidentin Delia Pifarotti geriet ins Schwärmen, als sie auf die Qualität der Beiträge zu sprechen kam. „Vom Inhalt her sind sie sehr unterschiedlich. Es gibt übrigens keine Normen. Die Schüler sollen möglichst spontan sein können und nicht zu sehr an Richtlinien denken müssen oder sich dadurch einschränken lassen. So wollen wir den jungen Leuten die Angst vor dem Schreiben nehmen“, erklärte Pifarotti.

Noch dazu sei es ein multilingualer Wettbewerb, „alle Sprachen sind willkommen, gegebenenfalls wird aber eine Übersetzung benötigt“, hieß es. Dennoch sei der Großteil der Beiträge - rund 90 Prozent - in französischer Sprache geschrieben. Der „Concours Jeune Printemps“ ist übrigens in zwei Altersgruppen unterteilt: Schüler unter 15 Jahren und solche ab 15 Jahren. Insgesamt werden demnach Laureaten in vier PPL-Preiskategorien gesucht.

Preisüberreichung am 12. März

Der Startschuss des poetischen Frühlings fällt bereits am 12. März um 17.00 mit der Preisüberreichung an die Gewinner des achten „Concours Jeune printemps“ sowie der neuen Kategorien, dies in Anwesenheit von Kulturministerin Sam Tanson im Kultur- und Begegnungszentrum neimënster, wo am 16. März auch zur „Grande nuit de la poésie“ geladen wird. Ab 20.00 tragen neun Poetinnen - darunter die beiden Luxemburgerinnen Carla Lucarelli und Miriam R. Krüger - sowie ein Poet „de tous horizons“ ihre Gedichte vor, diesmal in einer etwas intimeren Atmosphäre, als dies bei der letztjährigen Ausgabe der Fall war. Mit von der Partie sind an diesem Abend auch wieder die Preisträger des „Concours Jeune Printemps“. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Gitarrist David Murgadas. Sonntags (17. März) wird schließlich auch noch von 11.00 bis 13.00 zu einer „Matinée poétique“ in die Galerie Simoncini (6, rue Notre-Dame) mit Lesungen von fünf Poetinnen geladen.


Bis zum 15. März werden wir auf unseren Kulturseiten Gedichte der Gast-Lyriker abdrucken. Der Eintritt zu allen Begegnungen im Rahmen des „Printemps des poètes“ ist frei. Alle weiteren Informationen unter www.printemps-poetes.lu