LUXEMBURG
RINA TOMMASI-DALLA MORA

Wie viele andere Länder ist auch Luxemburg von Wohnungsnot und Obdachlosigkeit betroffen. Mit dem Ziel, Betroffenen zu helfen, ist vor über 25 Jahren bereits die „Ënnerdaach a.s.b.l.“ gegründet worden. Inzwischen verfügt die Gesellschaft ohne Gewinnzweck über 29 Wohnungen und ist ständig darauf bedacht, ihr Angebot und ihre Unterstützung noch weiter zu verbessern. Handlungsbedarf besteht reichlich, wie Direktorin Rina Tommasi-Dalla Mora unterstreicht.

„Die Anzahl der Personen/Familien ohne Wohnung und derjenigen, die ihre Wohnung aus welchen Gründen auch immer zu verlieren drohen, steigt kontinuierlich. Hinzu kommt, dass wegen der hohen Mietpreise Personen/Familien mit moderatem Einkommen gezwungen sind, in menschenunwürdigen Wohnungen zu hausen, was ein ,normales‘ Leben unmöglich macht.

Dazu hat Obdachlosigkeit eine absolut negative Auswirkung auf jede Existenz. Personen ohne eigene Adresse wird jedes Recht verwehrt: Das Recht auf Arbeit, das Recht, die eigenen Kinder zu erziehen, das Recht auf staatliche Hilfen. Hinzu kommt die ständige Unsicherheit, es fehlt an Geborgenheit und Komfort und an allen Dingen, die für eine gesunde individuelle Entfaltung unabdingbar sind. Ohne Wohnung und somit ohne Adresse wird das Leben zum Kampf!

Die 1992 gegründete Gesellschaft ohne Gewinnzweck ,Ënnerdaach a.s.b.l.‘ bietet sozial schwachen Familien während der Dauer von drei Jahren nicht nur eine Wohnung an, sondern auch angepasste Unterstützung in allen Lebensbereichen durch deren Sozialbetreuerinnen, die entweder direkte Hilfe leisten oder aber auf entsprechende Anlaufstellen verweisen. Nach eingehenden Vorgesprächen werden die tatsächlichen und realisierbaren Bedürfnisse der künftigen Bewohner in einem ,Partnerschaftsabkommen‘ definiert und als ,Lebensprojekt‘ festgeschrieben. Schnelle soziale Wiedereingliederung, Erreichen einer Unabhängigkeit von staatlichen Beihilfen sowie langfristige Verbesserung der gesamten Situation der Familien sind die Hauptziele, die die ,Ënnerdaach a.s.b.l.‘ zusammen mit den Familien erreichen will. Regelmäßig wird dies auch erreicht.

In einigen Monaten wird ,Ënnerdaach‘ in dem neu umgebauten Haus in Rodingen, fünf weiteren Familien eine menschenwürdige Unterkunft bieten können. Ein Tropfen auf den heißen Stein, in Anbetracht der bereits fehlenden 30.000 sozialen Wohnungen im Land und der jährlich steigenden Anzahl von Antragstellern.

Mit dem höchsten Bevölkerungswachstum Europas und einem Wachstumsdurchschnitt von rund 13.000 Personen pro Jahr kann man davon ausgehen, dass jährlich etwa 4.000 neue Wohnungen gebraucht würden, um allein der neuen Nachfrage gerecht zu werden. Der Bedarf an sozialen Wohnungen wird demnach anteilig weiterhin steigen, wir werden also noch stärker gefordert. Ein neues Wohnprojekt ist bereits in Planung.

Natürlich müssen wir auch in Zukunft auf Spenden zählen können, damit wir die benötigten Summen an Eigenkapital aufbringen können, die erfordert sind, um bei unseren Projekten staatliche Unterstützung zu gewährleisten. Wir sind zuversichtlich, den nötigen Beistand zu erhalten, und fest entschlossen, unsere Hilfe weiterhin anzubieten und auszuweiten. Sie wird mehr denn je gebraucht.“

Die Vereinigung freut sich über Spenden: CCPLLULL LU84 1111 1080 5392 0000. Weitere Infos: www.ennerdaach.lu