VILLERUPT/LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Die CCPHVA als starker Partner bei der Gestaltung von Esch2022

Neben der Stadt Esch/Alzette sind bekanntlich 18 weitere Gemeinden auf luxemburgischer und französischer Seite in das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2022 eingebunden. Überall wird intensiv an dem Projekt gearbeitet, das besonders in der Region der „Communauté de Communes Pays Haut Val d’Alzette“ (CCPHVA) auf dem Baustellengelände des „Pôle Culturel de Micheville“ sichtbar Form annimmt. Dort fand dann auch gestern das allmonatliche Pressefrühstück von Esch2022 statt.
„Wir haben uns nicht ohne Grund, der europäischen Kulturhauptstadt Esch2022 angeschlossen. Wir sind ein Gebiet mit einer Geschichte, und es gibt keinen Grund, nicht von uns zu reden. Es geht uns darum, das Bild dieser Region, die nicht unbedingt den besten Ruf hat, aufzuwerten und ihre Attraktivität zu steigern“, erklärte Patrick Risser, Präsident der CCPHVA.

Grenzen überwinden

Eine der Hauptherausforderungen von Esch2022 sei es, bestehende Grenzen abzubauen und eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Durch die Geschichte der Eisenindustrie sei man ohnehin eng miteinander verbunden. 2022 biete sich die Gelegenheit, das Patrimonium dieser Region zu entdecken beziehungsweise wiederzuentdecken. Die mit dem europäischen Kulturhauptstadtjahr verbundene Herausforderung könne Einwohnern und Vereinigungen in den acht französischen Partnergemeinden zu einer neuen Dynamik verhelfen, meinte Risser. „Esch2022 wird wie ein Katalysator für die Weiterentwicklung der CCPHVA sein“, zeigte er sich überzeugt.

Nachhaltigkeit anstreben

Erklärtes langfristiges Ziel der Europäischen Kulturhauptstadt Esch2022 ist es, den Süden nachhaltig weiterzuentwickeln. Dazu beitragen soll auf französischer Seite auch das sich im Bau befindende Kulturzentrum, das im September 2021 seine Pforten öffnen und Platz für 1.000 Besucher bieten soll. Für Esch2022 wird der „Pôle Culturel de Micheville“ in der Gemeinde Villerupt (6,5 Kilometer von der Südmetrople entfernt) eine große Rolle spielen, sagte Sylvain Mengel, Kulturkoordinator für die Gemeinden der CCPHVA. „Das voll ausgestattete Kulturzentrum wird zu einem wichtigen Stützpunkt für Künstler aus der Region werden und das auch weit über 2022 hinaus. Es soll zu einem regionalen und grenzüberschreitenden Referenz- und Begegnungsort werden“, unterstrich er. Die digitalen Künste sollen hier auf die darstellenden Künste treffen. Im „MédiaLab“ stehen 190 m2 für die digitale Kreation zur Verfügung. Ein Kinosaal bietet Platz für 147 Zuschauer, ein weiterer Veranstaltungsraum kann bis zu 650 Besucher empfangen.

Kulturelle Gärten für alle

Auf der industriellen Brache Micheville soll außerdem das Projekt „Eden Europa“ in Form von gemeinschaftlich nutzbaren Gärten, in denen sich Natur und Kunst miteinander vermischen, umgesetzt werden. „Dahinter steckt die Idee, auf diesem Territorium neue Stätten zu schaffen und so Spuren für die Zukunft zu hinterlassen. Die Gemeinschaftsgärten sollen gleichzeitig zu Aufführungsorten für Theater-, Tanz- und Musikperformances werden“, beschrieb der künstlerische Koordinator des Projekts, Emmanuel Fleitz, das Vorhaben der Projektträger Man’ok & Cie und Merci Raymond. Auch hier spiele die Begegnung und das Zusammenbringen von Menschen eine zentrale Rolle.

„Eden Europa“ ist derweil nur eines von rund 20 französischen Projekten, die laut aktuellem Stand für die Europäische Kulturhauptstadt umgesetzt werden. Für die Zusammenarbeit dieser Projekte wird auf der einen Seite auf lokale Partnerschaften gesetzt, wie mit der Tanzschule Chor’à corps von Audun-le-Tiche, einigen Schulen, Jugend- sowie Kulturzentren und Chören des Territoriums. Auch der Organisator des „Festival du Film Italien de Villerupt“, der „Pôle de l’Image“, wird für Esch2022 ein Projekt realisieren: „Les Estivales de l’Alzette“, eine Reihe von Open-Air-Kinoveranstaltungen und kulturellen Aktivitäten im alten Schwimmbad von Micheville.

Gemeinsam mit dem französischen „Institut National de l’Audiovisuel“ (INA) des Grand Est, dem „Centre de Recherches sur les Médiations“ (CREM) der „Université de Lorraine“ und der „Direction Régionale des Affaires Culturelles“ (DRAC-Metz) wird das Luxemburger „Centre National de l’Audiovisuel“ (CNA) indes das Projekt „Memories, Images and History across Borders“ umsetzen. Dafür werden Fachleute aus Lothringen und Luxemburg audiovisuelles Archiv-Material aus dem grenzüberschreitenden Gebiet der Region von Esch2022 zusammentragen, dies ganz im Sinne des Remix-Ansatzes der Europäischen Kulturhauptstadt.

Esch2022

Eine ganze Region

Esch2022 steht unter dem Motto Remix Culture. Im Jahr 2022 steht dabei nicht nur eine Stadt, sondern gleich eine ganze Region im Fokus, die sich über zwei Länder erstreckt. Gemeinsam mit der Stadt Esch/Alzette sind weitere zehn Luxemburger Gemeinden des Pro-Sud-Verbandes und acht französische Gemeinden der „Communauté de Communes Pays Haut Val d’Alzette“ (CCPHVA) die Europäische Kulturhauptstadt Esch2022. Aus Luxemburg sind es Bettemburg, Differdingen, Düdelingen, Käerjeng, Kayl/Tetingen, Monnerich, Petingen, Rümelingen, Sassenheim und Schifflingen mit rund 177.000 Einwohnern. Aus Frankreich sind Aumetz, Audun-le-Tiche, Boulange, Ottange, Rédange, Russange, Thil und Villerupt dabei mit rund 28.000 Einwohnern.

www.esch2022.lu