DÜDELINGEN
GASTON FREYMANN

Luxemburg hat seit dem vergangenen 1. April eine eigene rechtsmedizinische Abteilung

Die Staatsanwaltschaft und das Staatslaboratorium hatten am Montagabend zur offiziellen Vorstellung der gerichtsmedizinischen Abteilung nach Düdelingen eingeladen. Diese funktioniert seit dem vergangenen 1. April im Staatslaboratorium und wird von Dr. Andreas Schuff geleitet. Neben der Rechtsmedizin umfasst sie die rechtsmedizinische und klinische Abteilung der Toxikologie sowie die forensische Genetik, die weiterhin als eine unentbehrliche Hilfe bei der Identifizierung unbekannter Toter gilt.

Eine wesentliche Hilfe der Justiz

Generalstaatsanwalt Robert Biever wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, dass mit der Inbetriebnahme der rechtsmedizinischen Abteilung, eine langjährige Forderung der Justiz in Erfüllung gehe. Bei der gerichtsmedizinischen Abteilung handele es sich nicht um ein teures Spielzeug, sondern um eine wesentliche Hilfe der Strafjustiz.

DNA-Proben ermöglichen es, wichtige Fakten zu sammeln, die zu einer Verurteilung oder zu einem Freispruch eines Angeklagten führen. Seit 1850 seien in Luxemburg regelmäßig Autopsien von einheimischen Ärzten durchgeführt worden, so Biever in seinem historischen Rückblick. Ein letztes Mal 1980 von Dr. Schoetter. Seitdem werden Gerichtsmediziner aus dem Ausland, hauptsächlich von der Universitätsklinik Homburg/Saar, mit Autopsien beauftragt.
Nachdem Dr. Andreas Schuff auf die verschiedenen Aufgabenbereiche der Rechtsmedizin hingewiesen hatte, stellte er das Projekt einer „Opferambulanz“
vor. Bevor das Projekt verwirklicht werden kann,
muss erst der passende juristische Rahmen geschaffen werden.