LUXEMBURG
NATASCHA EWERT

Zehn Kandidaten präsentierten innovative Konzepte beim Falling Walls Lab

Great minds, three minutes, one day ! - So lauten die Spielregeln eines Falling Walls Lab. Anfang des Monats hatten zehn junge Menschen in Esch-Belval im „Maison du Savoir“ die Möglichkeit, während eines ganzen Nachmittags bahnbrechende Projekte vorzustellen, die die Zukunft verändern könnten. Von verbessertem Wirkungsgrad des Medikaments L-DOPA für Parkinson-Krankheit bis zur Vermarktung der Straßenkunst und -Unterhaltung war alles dabei. Das Konzept eines Falling Walls Lab ist laut Dr. Rainer Klump, Präsident der Universität Luxemburg. „kreative Destruktion“. Es war die erste Ausgabe in Luxemburg und sollte aus Esch-Belval, einer ehemaligen Stahlindustrie zur „knowledge factory“ verwandeln. Professor Doktor Ludwig Neyses, Vize-Präsident der uni.lu, teilte die drei Kriterien mit, auf die sich die Präsentation der Kandidaten basieren sollte: Dem Durchbruchfaktor, der Einflussmöglichkeit und der Darbietung des Akademikers. Moderiert wurde die ganze Veranstaltung von Dr. Andreas Weigend, Direktor des „Social Data“ und Dozent an der Stanford University und UC Berkeley, der auch zu der vierköpfigen Jury gehörte. Die Kandidaten kamen aus verschiedenen Ländern und Disziplinen. Die meisten von ihnen waren Doktoranden an der Uni Luxemburg und nur zwei davon waren Frauen. Wir haben uns mit ihnen unterhalten.

Cíntia Ertel Silva (31), die gerade ihren Doktor in Psychologie an der uni.lu macht, und Shankari Nadupalli (25), die im „Luxembourg Institute of Science and Technology“ arbeitet, einem Forschungsgebäude, das an die uni.lu gebunden ist, erzählen uns kurz über ihr Projekt.

Was ist euer Konzept?

Cíntia Ertel Silva Meine Recherche beruht sich auf eine Gruppe von portugiesischen Kindern, die keine soliden Kenntnisse in ihrer Muttersprache aufweisen. In diesem Fall ist es Portugiesisch und es liegt meistens daran, dass beide Eltern, die Portugiesen sind, nicht viel Zeit mit ihren Kindern verbringen und deshalb nicht genügend mit ihren Kindern auf Portugiesisch reden. Mithilfe von Fragebögen konnte ich herausfinden, wie lange die Eltern arbeiten und wie viel Zeit sie sich in die Erziehung ihrer Kinder investieren.

Diese Kinder haben später Schwierigkeiten Fremdsprachen zu lernen. Denn man lernt eine Fremdsprache am besten, wenn die Muttersprache gut gefestigt ist, laut eine Theorie.

Shankari Nadupalli Ich beschäftige mich mit den Vorteilen des holografischen Speichers. Diese Technik kann mithilfe von Kristallen eine Menge von Informationen speichern. Die Holografie bricht das Licht eines Bildes und verursacht diesen dreidimensionalen Effekt. Es ist steglos , das heißt man braucht keine Wand, um das Bild zu sehen. So benötigt man keine spezielle Brille und Kontaktlinsen und der Blickwinkel ist vergrößert.

Was ist das Ziel des Konzepts?

Silva Ich würde gerne die Situation der portugiesischen Kinder verbessern, die eben eine Form von Dysphasie, also im jungen Alter Sprechstörungen aufweisen. Um das zu erreichen, müssen die Kinder besser integriert werden. An manchen Schulen werden Portugiesisch-Kurse angeboten für Kinder, das könnte man ausweiten. Die Eltern jedoch sollen mehr mit den Kindern lesen, sprechen und somit können sie ihre Muttersprache verbessern.

Nadupalli Es wäre großartig, wenn die Technik des holografisches Speichers in der Medizin, in der Unterhaltung oder sogar im Bildungswesen eingesetzt würde. Besonders in der Medizin ist es von großem Vorteil, ein Organ dreidimensional zu sehen im Gegensatz zu einem Röntgenbild. Das Herz eines Menschen kann von den Spezialisten von allen Seiten beobachtet werden und zu einer besseren Diagnostik des Krankheitsbildes führen.

Cintia, warum hast Du mitgemacht?

Silva Ja, ich habe beschlossen mitzumachen, um meine Fähigkeiten in der Öffentlichkeit zu präsentieren, zu nutzen und zu verbessern. Mich hat es auch interessiert, welche Forschungsprojekte in Luxemburg relevant sind. Da kann man viel von den anderen Kandidaten lernen. Es war auch wichtig für mich,zu sehen, welche Fragen die Jury und das Publikum zu meinem Projekt stellen würden, um herauszufinden, welche Informationen zu meiner Recherche fehlen würden.

Shankari Du studierst Physik, was würdest Du anderen Mädchen raten, die sich für Naturwissenschaften interessieren?

Nadupalli Es gibt nicht viele Mädchen und Frauen, die meinen Weg einschlagen. Ich rate ihnen, dass sie sich dieser Herausforderung stellen sollten und dadurch für die Gleichberechtigung auch in diesem Gebiet kämpfen sollten.