ESCH/ALZETTE
LIZ MIKOS

Die Modern Metal Band „Parity“ stellt heute Abend ihre Debüt-EP in der Kulturfabrik vor

Die luxemburgische Modern Metal Band „Parity“ veröffentlicht heute in der Kulturfabrik in Esch/Alzette ihre Debüt-EP. Mit den vier Songs wollen die Musiker ihre Zuhörer ein Stück weit in ihre Welt einlassen und über Probleme und Missstände aufklären. Unterstützt werden sie von ihren Freunden von „Pleasing“, „Legacy of Atlas“ und „Kitshickers“. Wie sie als Band zusammengefunden haben und was von der ersten Platte zu erwarten ist, erzählt Gitarrist Ben Wilmes im Interview.

Kannst Du etwas über die Entstehungsgeschichte der Band erzählen?

Ben Wilmes Eigentlich fing alles mit unserem Bassisten Joe und unserer Sängerin Sandra an, die eine Band gründen wollten. Zu dem Zeitpunkt ging das Genre noch mehr in Richtung Pop-Rock, was sich, wie man unschwer auf unserer EP hören kann, deutlich verändert hat, seit wir uns als Band zusammengefunden haben. Joe kannte ich schon vorher und wir haben auch schon länger gemeinsam Musik gemacht und nach einem Stil gesucht, der wirklich zu uns passt. Langsam aber sicher wurden unserer Songs immer etwas lauter, was aber auch daran liegt, dass Sandra angefangen hat sich dem „Screamen“ zu widmen und richtig Spaß daran gefunden hat. Da kam eines zum anderen, bis wir auf dem Punkt waren, an dem wir heute stehen. Pop-Rock Elemente sind in unserer Musik überhaupt nicht mehr vorhanden. Die findet man noch im allerersten Lied, das wir geschrieben haben, allerdings können wir uns gar nicht mehr damit identifizieren.

Ihr beschreibt das Genre als „Modern Metal“: Was unterscheidet diesen Stil von anderen Metal-Richtungen?

Ben Es handelt sich in dem Sinne um modernen Metal, weil wir versuchen so viele Influenzen mit einfließen zu lassen wie nur möglich. Wir möchten Lieder schreiben, die nicht unbedingt wie konventioneller oder klassischer Metal klingen. Es geht allem voran darum, dass wir uns nicht zu sehr beschränken wollen. Ist uns beispielsweise danach progressiven Metal mit einzubinden, dann tun wir das einfach. Alle verschiedenen Richtungen dieses Genres zu vermischen ist zurzeit noch recht neu, deshalb wird es als „modern“ bezeichnet. Hier trifft vieles aufeinander. Natürlich gibt es einige Bands, die wir allesamt hören und gut finden, die dienen dann auch als Einfluss auf unsere Musik. Dann gibt es aber auch individuelle Inspirationen, die jeder einzeln in die Band reinbringt. Ich bin aber sowieso davon überzeugt, dass bei jedem Musiker - ob nun gewollt oder nicht - immer Merkmale von anderen Künstlern in die eigenen Kreationen einfließen.

Wie lange habt ihr an eurer EP gearbeitet?

Ben Es ist schwer zu sagen, weil wir immer Lieder geschrieben haben. Allerdings sind die vier, die nun auch auf der CD sind, ungefähr im gleichen Zeitrahmen entstanden. Ich würde sagen Schreiben und Aufnehmen haben insgesamt rund ein Jahr gedauert. Dazwischen haben wir uns aber auch immer wieder Zeit genommen, um Konzerte zu spielen.

Wie muss man sich diesen Prozess vorstellen?

Ben Bei den Songs, die wir jetzt veröffentlichen, ist es so, dass entweder Joe oder ich meistens schon einen Großteil der Lieder geschrieben hatten, weil wir es auch selbst aufnehmen können. Wenn wir dann schon eine Idee hatten, fürs Schlagzeug, haben wir das auch erst einmal mit dem Computer aufgenommen. Die anderen haben selbstverständlich immer ihren Input gegeben und Verbesserungsvorschläge gemacht, die wir umgesetzt haben, aber in der Regel haben wir fast fertige Lieder mit in den Proberaum gebracht. Ums Texteschreiben hat sich Sandra gekümmert.

Wie habt ihr die Songs, die veröffentlich werden, ausgesucht?

Ben Ältere Lieder haben wir recht schnell ausgeschlossen, da sie sich vom Stil her doch schon wieder von unserem jetzigen Sound entfernen. Bei den vier Songs, die wir heute auch vorstellen werden, haben wir einen roten Faden gefunden, der sie alle verbindet. Sie sind auch, wie vorhin gesagt, in der gleichen Zeitspanne entstanden und verkörpern eine ähnliche Stimmung, sodass unsere Wahl wirklich schnell getroffen wurde. Man könnte sagen, dass es jeweils eine Frage und eine Antwort ist. Das erste Lied stellt eine Frage und der letzte Track bietet die Antwort darauf: hier bezieht sich dieser Dialog eher auf den Text. Die beiden anderen stehen eher musikalisch in dieser Beziehung zueinander.

Ist es euch als Band wichtig eine Message zu vermitteln?

Ben Sandra schreibt ihre Texte sehr gewissenhaft, da ist es definitiv empfehlenswert sie sich einmal durchzulesen. Wir möchten den Leuten selbstverständlich etwas vermitteln und sie auf Probleme und Missstände hinweisen. Unsere Lyrics sollen also auf jeden Fall als eine Art Aufklärung dienen.

Warum habt ihr euch für „Ocean“ als Titelsong entschieden?

Ben Eigentlich war das von Anfang an klar, dass es „Ocean“ werden würde, weil es von den vier Liedern am meisten hervorsticht. Es ist etwas ruhiger und „Ocean“ als Thema und als Bild ist einfach sehr interessant. So wie es für den Ozean unendlich viele Assoziierungen gibt, so kann man auch in diese Lyrics sehr viel hinein interpretieren

Was sind eure persönlichen Erwartungen an die EP und die Release-Party?

Ben Erwartungen ist ein starkes Wort. Ich würde eher von Hoffnungen sprechen. Wir wollen unsere Musik an die Leute bringen, dass sie zahlreich erscheinen und Spaß haben. In diese EP wurde viel Arbeit gesteckt und wir hoffen natürlich darauf, dass diese sich auch auszahlt. Wir wollen etwas hinterlassen und Menschen berühren.

Worauf können Besucher sich denn besonders freuen?

Ben Wir werden insgesamt vier Bands sein, die allesamt sehr großes Potenzial haben und gesehen und gehört werden sollten. Zudem wird es ein sehr freundschaftliches Konzert: wir kennen uns untereinander und unterstützen uns gegenseitig. Uns liegt unglaublich viel an diesem Abend, sind mittlerweile auch richtig nervös und haben unglaublich viel geprobt.

Sowohl musikalisch als auch organisatorisch sind wir alle gut vorbereitet - also… abgesehen von den T-Shirts (lacht). Das werden wir heute Abend auch ansprechen. Wir haben da ein Produkt zugesandt bekommen, mit dem wir wirklich überhaupt nicht zufrieden waren, sodass wir kurzfristig neue Shirts, mit einem neuen Design bestellt haben, die leider nicht mehr rechtzeitig zugestellt werden können. Wir werden aber dafür sorgen, dass die, die eins haben wollen auch eins bekommen.

Das Konzert findet heute Abend ab 19.00 in der Kulturfabrik in Esch/Alzette statt, Eintritt kostet 10 Euro, mit der EP 15 Euro.