LUXEMBURG
NATALIA SLIOUTOVA

Spielkritik: „Mittelerde: Mordors Schatten“

Mittelerde: Mordors Schatten“ ist ein actiongeladenes Rollenspiel, das Elemente aus den weltbekannten Klassikern „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ gekonnt nutzt. Das Spiel schafft eine neue, düstere Welt in der alles und jeder die Spieler am liebsten tot sehen möchte. Dabei wird schnell klar, an welchen Spielen sich orientiert wird: Bereits das anfängliche Tutorial erinnert stark an die Spielmechanik der ersten „Assassin Creed“-Titel, in der der Hauptcharakter zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her geschleudert wird.

Rache als Ziel

Doch in „Mordors Schatten“ ist man kein Assassine, sondern schlüpft in die Rolle des Waldläufers Talion, welcher das schwarze Tor Mordors bewacht. Talions idyllisches Familienleben wird komplett auf den Kopf gestellt als die Kreaturen Morders sich eines Tages dazu entschließen Chaos in der Welt zu verbreiten. Frau und Sohn des Hauptcharakters werden obligatorischerweise umgebracht, Talion darf das Ganze mitansehen und bekommt dann auch sein Ticket zu den ewigen Jagdgründen. Nur nimmt man das mit dem „ewig“ nicht so genau: Seine Leiche wird verflucht, wiederbelebt und muss ab sofort als Wirt für einen elbischen Geist herhalten. Ziel des Spiels ist es Rache an den Mördern deiner Familie zu nehmen, die Armee Mordors aufzuhalten, deine Erinnerungen zu sammeln und zu guter Letzt auch noch die Vergangenheit des Elbengeistes herauszufinden.

Düsteres HD

Die Grafik des Spiels ist ein absoluter Augenschmaus für jeden Spielliebhaber. Wunderschön detaillierte Landschaften, tolle Beleuchtungseffekte und individuelle Charaktere, zeugen von der Liebe und Sorgfalt mit der die Entwickler an das Spiel herangegangen sind. Sogar Gegner sind nicht wie die üblichen 08/15 Dummies, sondern besitzen alle einen individuelle Persönlichkeit und verleihen dem Spiel eine Tiefe, die nur selten in einem RPG zu finden ist. Die absolute Kirsche auf dieser Spieltorte ist aber die „Open World“-Karte, die den Spieler dazu einlädt Mordor nach Lust und Laune zu erforschen.

„Smooth criminal“

Selten wurden Orks mit soviel Grazie und Coolness umgebracht. Die Angriffspalette bietet dabei zahlreiche Möglichkeiten Gegner zu beseitigen: Sei es auf die heimliche Tour mit Messer und Bogen oder per Frontalangriff, indem man sich kopfüber in eine Gruppe Orks stürzt. Zusätzliche Tricks wie explosive Pfeile oder Teleportation, erhöhen dabei den Spaßfaktor ohne, dass Talion zu übermächtig wirkt. Da die Gegner auch noch unterschiedliche Level haben, kann es passieren, dass man von einem Haufen übelgelaunter und übermächtiger Orks zu Brei gehauen wird. Unangenehm, aber keineswegs frustrierend. Dann zieht man sich halt zurück oder zwingt die Gegner zur Flucht.

Ist man jedoch siegreich, so wird Talion mit Runen belohnt, die ihm erlauben Waffen zu verbessern, neue Fähigkeiten zu erlernen und sich neue Gegenstände zu beschaffen. Auch wenn die Missionen manchmal leicht repetitiv erscheinen und man nur schwer an die nötigen Punkte kommt um neue Fähigkeiten freizuschalten, ist „Mittelerde: Mordors Schatten“ das Spiel für jeden Tolkien Fan. Wer jedoch nichts mit der Welt von der Herr der Ringe anfangen kann, den werden aber sicherlich die ansprechende Grafik, die fließenden Kämpfe und die Geschichte überzeugen.