LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Rahna-Präsidentin Andrée Biltgen über die Rolle von Assistenzhunden für die Inklusion

Ohne ihn fühle ich mich ganz nackt“, lacht Andrée Biltgen, die Präsidentin der Vereinigung „Rahna – Muppen ënnerstëtze Leit am Rollstull“, die 2002 von einer Handvoll Ehrenamtlichen gegründet wurde, um Assistenzhunde für Personen mit eingeschränkter Mobilität nach Luxemburg zu holen. Mittlerweile setzt sich die asbl auch für Assistenzhunde für Bürger mit anderen Gebrechen ein.

Biltgen,die selbst im Rollstuhl sitzt, ist seit Jahren auf einen Assistenzhund angewiesen. „Er ist immer da, und wenn nicht, fehlt etwas Wichtiges“, sagt sie. Auch Rahna arbeitet mit der französischen Handi‘Chiens zusammen, seit kurzem aber auch mit der belgischen Vereinigung Os’mose.

Die Nachfrage sei hoch, sagt Biltgen, aber die Ausbildung eines Assistenzhundes brauche nun mal Zeit. Dass akribisch nachverfolgt wird, wie diese Ausbildung verläuft, hält sie für eine Notwendigkeit, schließlich sei die Abstimmung der Hunde auf die Menschen, die sie später betreuen Feinstarbeit.

Darüber hinaus müsse der Hund auch Selbständigkeit lernen, das heißt etwa schnell Hilfe zu holen, wenn die betreute Person das aus irgend einem Grund nicht mehr kann. Es gebe daher auch eine Menge Gespräche zwischen allen Beteiligten.

Für Andrée Biltgen besteht nicht der geringste Zweifel, dass alle diese Mühen sich tausendmal lohnen. Denn ein Assistenzhund sei viel mehr als nur ein Tier, das Dinge apportiert und Türen aufstößt.

Er sei ein Motivationsfaktor, sich zu bewegen und sich nicht zu isolieren. Und ein wichtiger Faktor für die Inklusion. „Wie sagt man so schön: „le chien cache le fauteuil“, erklärt Andrée Biltgen, „wenn uns jemand begegnet, nimmt er nicht zuerst meinen Rollstuhl wahr, sondern meinen Hund. Er ist dann die Brücke zu mir als Menschen“.

Auf die Frage, ob sie bereits Zugänglichkeitsprobleme mit ihrem Assistenzhund erfuhr, sagt Biltgen, dass das ihr in Luxemburg noch nicht vorkam, dafür aber im Ausland. Ein Herzensanliegen von Rahna und ihrer Präsidentin ist demnach eine einheitliche europäische Gesetzgebung für Assistenzhunde samt einem einheitlichen Pass für die Tiere.

www.rahna.org