LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Das Eventgewerbe gründet seinen eigenen Verband

In dieser Woche startet die Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Gründung der „Luxembourg Event Association“ (LEA). Der neu gegründete Verband vertritt die Interessen des so genannten Eventgewerbes und agiert unter dem Dach der „Confédération Luxembourgeoise du Commerce“ (clc). Treibende Kraft des Verbandes ist Charles Schroeder, Chef des Unternehmens „Party Rent“, das rund 60 Mitarbeiter beschäftigt. „Unsere Branche ist von der Coronavirus-Krise besonders stark betroffen. Bislang hatten wir aber keinen Verband“, erklärt er gegenüber dem „Journal“. Doch es seien eine Menge Unternehmen betroffen. 110 von ihnen schrieben in den vergangenen Wochen einen ersten Brief an einige Ministerien. „Die Größe variiert vom Ein-Mann-Unternehmen bis hin zu großen Cateringunternehmen. Wir schätzen, das insgesamt rund 3.000 Arbeitsplätze betroffen sind“, sagt Schroeder.

Da zwar die Geschäfte wieder öffnen dürfen, Großveranstaltungen jedoch weiter untersagt sind, ist es ein wichtiges Anliegen von LEA, die Kurzarbeit auszudehnen. „Ohne dieses Instrument geht es nicht“, ist Schroeder überzeugt. „Denn Termine wie die Schueberfouer oder große Veranstaltungen wie Messen und Kongresse werden auf lange Sicht nicht stattfinden. Unser Geschäft wird erst sehr langsam wieder anlaufen können.“

In einem ersten Gespräch legte er am Donnerstag vergangener Woche Mittelstandsminister Lex Delles dar, welche Unternehmen und Leistungen die Branche umfasst, dass auch große Lagerkapazitäten und ganze Lkw-Flotten daran hängen. Delles begrüßt laut Schroeder die Informationen und die Verbandsgründung, weil das Ministerium nun einen Ansprechpartner hat.

LEA will Daten erheben, um selbst besser über die eigene Branche informieren zu können. Dann folgen gemeinsame Ziele und, wo nötig, Lobbying. „Dazu gehört auch die Analyse von Gesetzen, da wird in Zukunft ja sicher noch mehr kommen“, ist Schroeder überzeugt. Seine Branche habe es besonders hart und früh erwischt: „Der Slogan bei uns lautet: First in, last out. Unser Markt brach schon Ende Februar zusammen, vor der Horesca und dem Bausektor. Und noch geht nichts.“ Schroeder hofft auf einen normalen Rhythmus des Geschäfts ab September und setzt auf Kongresse und Wirtschaftsevents. „Ich bin der festen Überzeugung, dass bevor das Jahr zu Ende ist, sich der MICE-Sektor, der für Meetings, Invcentives, Congress & Events steht, wieder aufrappeln wird.“