CLAUDE KARGER

Wiki-, Panama-, Lux-, SREL- ... und wie die „Leaks“ noch alle heißen, die meist zu mehr oder minder riesigen „Gates“ führten, haben das kollektive Bewusstsein derart geprägt, dass diese Ausdrücke schon fast inflationär gebraucht werden. Nach dem „Kleeschen-Gate“ um das erfundene Nikolaus-Mobbing - „Marc Spautz hat somit das „Wort des Jahres“ 2016 für sich genutzt. Es lautet „postfaktisch“ und weist darauf hin, dass in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend Emotionen wichtiger sind als Fakten“, wetterte dieser Tage der „Télécran“ - machte der Jugendsender Eldoradio gestern den Aufreger #Gummileaks aus der Beschwerde eines Schülers über leere oder kaputte Kondomspender in hauptstädtischen Lyzeen. Doch bevor die Angelegenheit zum „Gate“ gedieh, war sie auch schon behoben. Uff, kann ein Gummi-„Leak“ doch ganz schön gefährlich sein. Gefährlich für dessen Glaubwürdigkeit fand ein „T“-Kommentator indes die Aufregung des gut verdienenden ADR-Sprechers über soziale Ungerechtigkeiten in der Steuerreform der Dreier-Koalition, die „nun mal nicht aus bärtigen Revoluzzern“ bestehe. „Immerhin können Abgeordnete ihr schlechtes Gewissen in Zukunft erleichtern, indem sie das dank Gramegna-Reform Gesparte für wohltätige Zwecke spenden“, schlägt der Kommentator vor. Tolle Idee!