LUXEMBURG
LJ

Mit dem Unternehmergeist tut man sich in Luxemburg noch etwas schwer. Dabei sollte man vor allem Jugendliche direkt ansprechen, um junge Talente bereits früh zu entdecken. Stéphanie Damgé, Direktorin der Jonk Entrepreneuren asbl, erklärt, weshalb dies wichtig ist und wie dies aussehen kann:

„Unser Schulsystem funktioniert oft noch auf eine sehr traditionelle Art und Weise, wo nicht unbedingt jene Kompetenzen gefördert werden, die für das Unternehmertum, unsere Wirtschaft und Gesellschaft, wichtig sind. Da kann man durchaus Jugendliche finden, die eigenständig werden und selbst etwas schaffen wollen, aber hier keine Möglichkeit haben, das kennen zu lernen. Dabei müsste man das aus ihnen heraus kitzeln, am besten durch ‚Learning by Doing‘. Damit finden sie heraus, wo ihre Talente liegen, und kriegen so Lust auf mehr.

In den letzten paar Jahren haben wir eine Generation heranwachsen sehen, die stärker mitmacht und einen stärkeren Unternehmergeist an den Tag legt. Sie zeigen mehr Selbstvertrauen, trauen sich, ihre Meinung zu sagen und sind damit schon eher in Richtung Unternehmertum orientiert. Damit ist es aber noch nicht getan, die Jugendlichen müssen auch lernen, dass sie Verantwortung übernehmen müssen, was es heißt, in Teams zu arbeiten, Ideen umzusetzen, sich dem Markt anzupassen und wichtige Entscheidungen zu treffen. Sie müssen auch erfahren, was Innovation und was Unternehmertum wirklich ist und was von einem erwartet wird.

Sie müssen lernen, die Unternehmer ihres eigenen Lebens zu werden. Ob das nun im eigenen Unternehmen, dem Staat oder der Gesellschaft geschieht – den Unternehmergeist kann man überall gebrauchen. Sie müssen früh mit realitätsnahen Projekten konfrontiert werden, darin gestalten und arbeiten. All dies ist allerdings äußerst realitätsnah, denn es geht nicht um die Theorie, sondern um die Anwendung dieser in der Realität. Da geht es dann beispielsweise darum, wie denn wirklich eine Jahresbilanz bei einem Unternehmen auszusehen hat oder wie man Preise und Kosten kalkuliert.

Wir wollen auch den Austausch mit der Wirtschaft fördern, so dass die Jugendlichen mit den Verantwortlichen sprechen können. Dies zieht sich durch die verschiedensten Wirtschaftsbereiche, damit die Jugendlichen sehen, wie es ist, in einer Führungsposition zu arbeiten und was es heißt, eine Leidenschaft für etwas zu haben.

Es geht uns natürlich nicht darum, sämtlichen Jugendlichen einzubläuen, dass sie Unternehmer werden sollen. Uns geht es eher darum, die Begeisterung zu steigern, Kompetenzen und Interesse zu schüren. Wir hatten in einem Jahr 11.000 Teilnehmer an unseren Projekten. Da konnten wir schon Jugendliche antreffen, die sich so sehr dafür begeistern konnten, dass sie mehrmals teilgenommen haben. Da sieht man ganz klar die Lust an der Gestaltung.“